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Test: Ist Outlook.com ein Google-Mail-Killer?

Microsoft hat sein altes, hausbackenes Webmail-System Hotmail vollkommen überarbeitet und will sich moderner präsentieren – und Googles GMail die Kunden abspenstig machen. Wir haben uns die Vor- und Nachteile des neuen Systems näher angesehen.

von Manfred Kohlen 1

Outlook.com-Vorgänger Hotmail ist mit 324 Millionen Nutzern noch immer der weltgrößte E-Mail-Service, doch hat sich durch Sicherheitsschwächen und ausgiebigen Spam-Missbrauch einen schlechten Ruf zugezogen. Hierzulande sind GMX und Web.de nicht ohne Grund viel beliebter, und in den USA hat Google mit seinem Mailsystem GMail (in Deutschland lange Zeit aus markenrechtlichen Gründen nur als “Google Mail” nutzbar) schnell aufgeholt: Weil das Mailsystem des Suchriesen vor allem durch einfachere Bedienerführung und besseren Datenschutz bereits 278 Millionen Nutzer in weitaus kürzerer Zeit gewonnen hat, wurde Microsoft nervös – und reagierte nun mit Outlook.com.

Zwar ist noch Einiges aus der Hotmail-Historie zu sehen – etwa Menüpunkte, die noch immer “Hotmail” heißen – doch renoviertes Design und neue Funktionen zeigen, dass MS sich Mühe gibt. Der Microsoft-Service verzichtet auf bunte blinkende Anzeigen und präsentiert sich im aufgeräumten und übersichtlichen Design im neuen “Metro”-Look (der schon nicht mehr so heißt) vo Windows 8 – fast wie der Outlook-Mail-Client in Windows 8 und dem neuen Microsoft Office 13. Auch das Schriftarten-Chaos aus Hotmail-Zeiten ist verschwunden – offenbar hat sich bei Microsoft jemand mit Typografie-Regeln auseinandergesetzt.

Microsoft hält sich mit Werbung zurück

Anzeigen kommen lediglich als Text auf der rechten Seite des Bildschirms vor – ganz wie bei den Google-Suchergebnissen – sie stören nicht, sie blinken nicht, und sind Microsoft zufolge anfangs auch nicht durch die Verhaltensweisen des Nutzers gesteuert – man halte sich schließlich an den Datenschutz. Für das Verständnis der Richtlinien rund um das “behavioural marketing” hat Microsoft eine gesonderte Informationsseite eingerichtet, in der beschrieben wird, was alles erfasst wird – und wie man das jeweilige Tracking deaktivieren kann.

Einbinden will es der Softwaregigant wohl, wenn er genügend Erfahrungen im Betatest gesammelt hat. Derzeit jedoch greift MS nicht auf E-Mail-Inhalte zu, um die passenden Anzeigen zu präsentieren: Der Nutzer kann seine Themenpräferenzen selbst einstellen. Selbst ein “Zeige mir nicht Werbung für…” lässt sich einstellen.

So, wie Microsoft schon Windows in der neuen Version 8 komplett neustrukturiert hat, hat es auch sein Webmail-Denken neu orientiert und sich auf das Wesentliche beschränkt. Der klare Look wird auch auf Mobiltelefonen eingehalten – der Dienst passt sich automatisch an die darstellbare Bildschirm- oder Fenstergröße an.

Schon bei der Begrüßung zum Einrichten des Mail-Accounts zeigt sich die Design-Nähe zu Windows 8 – das Outlook-Logo entspricht bereits den Kacheln (“Tiles”) wie sie zum Aufrufen von Win8- oder Windows Phone 8-Programmen genutzt werden

Zum Einrichten des Mail-Accounts verlangt Microsoft persönliche Angaben wie dies auch andere Mailsysteme tun und richtet damit gleichzeitig ein Windows-Live-Konto ein, das auch für die Nutzung anderer Microsoft-Dienste genutzt werden kann. So gesehen ist Outlook.com auch ein Mittel, viele neue Nutzer für die Windows-Live-Angebote zu ködern, die bislang eher zögerlich angenommen wurden.

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Eine Antwort zu Test: Ist Outlook.com ein Google-Mail-Killer?

  • 20. Dezember 2012 à 14:35 von Dirk Breidenbach

    Die Ansätze sind wirklich vielversprechend. Aber insbesondere der “Kalenderteil” fällt grafisch dermaßen aus dem Rahmen, dass es doch noch sehr zusammengestückelt wirkt.

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