Innenminister: Unternehmen sollen Cyber-Angriffe melden

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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich plant ein neues IT-Sicherheitsgesetz und führt derzeit Gespräche mit der Industrie, um sich ein Bild von der Notwendigkeit eines neuen Gesetzes zu machen. Insbesondere die zunehmenden Angriffe auf Infrastruktur-Anbieter machen ihm Sorgen.

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Politiker Hans-Peter Friedrich demnächst einen Gesetzentwurf einbringen, der von der Industrie fordert, größere Störfälle im Zusammenhang mit Internet-Sicherheit zu melden, berichtete vergangene Woche die Nachrichtenagentur dpad. Welt Online veröffentlichte den Bericht.

Hintergrund sind zahlreiche Attacken auf Institutionen des Bundes, die sich mit “Energienetzen, Bank- und Geldsystemen sowie der Telekommunikation” befassen. Friedrich nannte der dpad gegenüber “Unternehmen, die eine systemische Funktion haben und über eine kritische Infrastruktur verfügen, etwa im Bereich der Stromversorgung und Kommunikation oder im Bereich von Finanzwirtschaft und Logistik”. Diese sollten künftig schwerwiegende Cyber-Angriffe zumindest bei den Behörden melden – davor, öffentlich Sicherheitsmängel zuzugeben, scheuen viele Unternehmen zurück.

Zum Test habe die Bundesregierung gemeinsam mit mehreren Ländern, der Europäischen Zentralbank und der Deutschen Bank bereits 2011 ein Bedrohungsszenrio durchgespielt, um sich auf Netz-Attacken besser vorbereiten zu können. Und vermutlich von der Security-Industrie angestoßen, hatte Friedrich bereits im Mai international für eine Allianz gegen Cyber-Angriffe geworben, nachdem er bereits im vorigen Jahr ein nationales Cyber-Abwehrzentrum ins Leben gerufen hatte.

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