
Machen Smartphones und Tablet-PCs krank? (Update)
Langes Arbeiten an ergonomisch ungünstigen PC-Arbeitsplätzen schadet der Gesundheit der Mitarbeiter und verursacht enorme Kosten für Unternehmen. Eine Studie zeigt, wie der Trend zu Mobilgeräten das Problem weiter verschärft. Denn Mini-Displays und falsche Körperhaltung bei der Arbeit mit Netbook oder Tablet-PC sind auf Dauer schlecht für die Gesundheit – und die Produktivität.
Beim Thema Effizienz und Produktivität denken viele Manager in Unternehmen an Faktoren wie verbesserte IT-Ausstattung, Cloud Computing oder neue Software. Weniger Aufmerksamkeit genießt häufig die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes.
Damit wiederum hängt ein wichtiger Produktivitätsfaktor zusammen, nämlich die Gesundheit der Mitarbeiter. Das zeigt wieder mal eine aktuelle Studie von Fellowes, die das Unternehmen gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Dynamic Markets gestartet hat. Das US-amerikanische Unternehmen Fellowes ist ein Anbieter von Büromaschinen und Zubehör fürs Büro oder Home Office, darunter auch Ergonomie-Zubehör wie Handballenauflagen und ähnliches. Die deutsche Niederlassung von Fellowes ist im niedersächsischen Garbsen.

Gekrümmter Rücken, verdrehte Beine und zu wenig Platz auf dem Schreibtisch – so sieht der ergonomische PC-Arbeitsplatz nicht aus. (Foto: Fellowes)
Rückenschmerzen, Kopfweh, verspannte Schultern
Nach Angaben der Fellowes-Studie klagen etwa dreiviertel aller Mitarbeiter über Beschwerden wie Rückenschmerzen, Kopf- oder Nackenschmerzen, verspannte Schultern oder Probleme mit den Augen. Verursacht werden diese Probleme fast immer durch einen ungünstig eingerichteten PC-Arbeitsplatz. Da ist es auch kein Trost, dass die international angelegte Studie zeigt, dass Mitarbeiter in Spanien, Frankreich, Italien oder Polen noch viel häufiger jammern als die Deutschen. Dort sind es jeweils 80 Prozent, die gesundheitliche Probleme auf ihren IT-Arbeitsplatz zurückführen. Spitzenreiter ist Russland. Hier klagen 91 Prozent der Mitarbeiter über gesundheitliche Probleme, die auf die Arbeit mit PC oder Notebook zurückzuführen ist.
Milliardenverluste durch Arbeitsausfall
Mitarbeiter, die wegen Rückenprobleme für Tage oder möglicherweise sogar Wochen ausfallen, verursachen erhebliche Kosten für das Unternehmen. In Deutschland entstehen die größten Verluste für die Arbeitgeber durch Rückenleiden. Das geht aus einer gemeinsamen Untersuchung der Bertelsmann Stiftung und der Strategieberatung Booz & Company hervor. Da heißt es: “Produktivitätseinbußen aufgrund von wiederholten Fehlzeiten oder Arbeitsunfähigkeit” infolge von Rückenleiden liegen bei bis zu 26 Milliarden Euro jährlich.
Doch nicht nur der Rücken macht vielen zu schaffen. Allein in den USA entstehen durch das weit verbeitete RSI-Syndrom (RSI, Repetitive Strain Injury) jährlich Kosten zwischen 15 und 20 Milliarden Euro pro Jahr. Die Zahlen stammen von der US-Gesundheitsbehörde Occupational Safety & Health Administration (OSHA) und werden von Microsoft in einem Whitepaper zum Thema Ergonomie zitiert. Solche Zahlen nutzt Microsoft natürlich, um sein Portfolio ergonomischer Eingabegeräte wie Mäuse oder Tastaturen zu vermarkten.
Trotzdem ist unbestritten, dass der krankheitsbedingte Arbeitsausfall ein Unternehmen teuer zu stehen kommt und alle Effizienzgewinne, die durch neue Software und schnellere Rechner entsteht, wieder zunichte machen kann. Denn was hilft die beste Software oder der schnellste Rechner, wenn der Mitarbeiter, der diese Werkzeuge bedienen soll, mit einem Bandscheibenvorfall zu Hause liegt?
Krank durch Mobilgeräte?
Das alles ist nicht neu. Schließlich gibt es die Bildschirmarbeitsverordnung schon seit 1996, zuletzt wurde sie 2008 aktualisiert. Seitdem ist jedoch ein neuer Aspekt hinzugekommen: Die wachsende Zahl der so genannten Arbeitsnomaden, also der Kollegen, die mit Mobilgeräten wie Notebooks, Netbooks und neuerdings Smartphones oder Tablet PCs arbeiten. Vom gesundheitlichen Aspekt her ist diese verhältnismäßig neue Geräteklasse zumindest bedenklich. Denn alle Regeln für Arbeitsplatz-Ergonomie sind bei Mobilrechnern hinfällig. Schon die Notebooks haben nur über wesentlich kleinere Tastaturen und Displays.
Hinzu kommt, dass viele Anwender meistens mit hängenden Schultern und gebeugtem Kopf vor den Geräten sitzen müssen. Das Problem verschärft sich bei Netbooks, Smartphones oder Tablet PCs. Hier sind Tastaturen – falls überhaupt vorhanden – noch kleiner, und die Displays zwingen die Augen, sich auf eine noch kleinere Fläche zu konzentrieren. Stundenlanges Arbeiten mit solchen Geräten kann hier tatsächlich zur Qual werden.
Nur gut, dass die große Mehrheit der Mobilnutzer ja nicht stundenlang an einem Platz sitzt, sondern sich deutlich mehr bewegt als der typische Büroangestellte. Auch sind die Arbeitssitzungen, die ein Business User unterwegs an seinem Tablet-PC verbringt, deutlich kürzer als die am Office-PC.
73 Prozent klagen über Beschwerden
Dennoch müssen Anwender, die über Jahre hinweg intensiv mit Smartphones oder Tablets arbeiten, damit rechnen, dass sie früher oder später Probleme bekommen werden. Langzeitergebnisse legen noch nicht vor, da der Trend noch relativ neu ist. Der Fellowes-Studie zufolge glauben aber jetzt schon 73 Prozent der Mobilgeräte-Nutzer, sie hätten in den letzten drei Jahren gesundheitliche Beschwerden “als direkte Folge der Computerarbeit” gehabt.
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Eine Antwort zu Machen Smartphones und Tablet-PCs krank? (Update)
Die tägliche fleißig bei der Arbeit, so dass wir gar nicht bemerkt seine eigenen health.Read Ihres Artikels, und wir glauben, dass es notwendig ist, ihren eigenen Körper zu schätzen ist.