Webnutzer dürfen auch geschützte Videos einbinden

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Richter Richard Posner hat entschieden, dass es keinen Gesetzesverstoß darstellt, ein urheberrechtlich geschütztes Video in eine Webseite einzubinden. Er urteilte über eine 2010 eingereichte Klage des Porno-Produzenten Flava Works und widerrief das Urteil eines untergeordneten Gerichts aus dem vergangenen Jahr.

Das Angebot beispielsweise von YouTube, dort vorhandene Videos auf der eigenen Website einzubetten, hat ein US-Gericht jetzt für legal befunden – selbst wenn das Video Urheberrechte verletzen sollte (Screenshot: ITespresso).

Der Berufungsrichter vom US-Gericht 7th Circuit Court of Appeals begründet seine Entscheidung (PDF) damit, myVidster rühre den Datenstrom nicht an und könne daher nicht als Hoster des Videos gesehen werden. Es handle sich nur um einen Link.

Auch konnte das Gericht nicht feststellen, dass myVidster – wie von Flava Works behauptet – Austausch und somit indirekt Urbeherrechtsverstöße ermutige. Vielmehr vergleicht das Urteil die beklagte Website mit dem Theaterprogramm der Zeitschrift New Yorker, die ja auch Stücke und Adressen nenne, aber sie deshalb doch nicht selbst aufführe.

Die Site myVidster war sowohl durch Facebook als auch durch Google unterstützt worden. Beide argumentierten in ihren Gutachten mit dem Digital Millennium Copyright Act, der denjenigen für Urheberrechtsverstöße verantwortlich macht, der sie auf eine Site wie Youtube hochlädt. Auch die Electronic Frontier Foundation engagierte sich für myVidster. Die Vereinigung der US-Filmstudios – die MPAA – stellte sich dagegen auf die Seite von Flava Works.

Offen ist, wie sich die Entscheidung auf ähnliche Verfahren auswirken wird. Der Brite Richard O’Dwyer beispielsweise steht als Betreiber von TV Shack vor einer Auslieferung an die USA, um sich dem Vorwurf der Urheberrechtsverletzung zu stellen. Auch sein Web-Angebot enthielt nur Links, aber keine geschützten Materialien.

[mit Material von Zack Whittaker, News.com]

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