Schwachstelle in Huawei-Routern erlaubt Fernsteuerung

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Ein deutscher Security-Experte hat das Leck im Huawei-System gefunden. Die Geräte, die vor allem bei Internet-Providern in Asien, Afrika und im Mittleren Osten verwendet werden, erlauben Angreifern sowohl das Abfangen von Datenverkehr als auch die Kontrolle des Systems.

Ob es sich um absichtliche Hintertüren  handelt? Der deutsche Sicherheitsforscher Felix Lindner glaubt, das sei gar nicht nötig – die veraltete Software im Router reiche vollkommen aus, damit Regierung wie Cyberkriminelle Herr über den Datenverkehr werden können.

Er hat bei einer Präsentation auf der Konferenz Defcon vor den Schwachstellen in Routern des chinesischen Herstellers Huawei gewarnt. Die Geräte werden hauptsächlich von Internet-Service-Providern eingesetzt. Angreifer könnten Lindner zufolge die Anfälligkeiten ausnutzen, um die Kontrolle über ein Gerät zu erhalten und den Internetverkehr von Nutzern auszuspähen.

Die Sicherheitslücken stecken demnach in der Firmware einiger VRP-Router (Versatile Routing Platform) von Huawei, deren Code Lindner in einem Interview am Sonntag als veraltet bezeichnete. Laut Computerworld soll es sich um die Produktreihen AR18 und AR29 handeln. Mithilfe eines bekannten Exploits könne ein Angreifer sich bei einem der Router als Administrator anmelden, das Passwort ändern, das System neu konfigurieren und den gesamten Datenverkehr abfangen, ergänzte Lindner.

Huaweis Router würden vorwiegend in Asien, Afrika und dem Mittleren Osten eingesetzt, sagte Lindner, der auch Chef des Sicherheitsunternehmens Recurity Labs ist. Da sie günstig seien, tauchten sie immer öfter auch in anderen Regionen der Welt auf.

Zu Berichten, wonach Huawei auf Anforderung der chinesischen Regierung seine Router mit einer Hintertür ausstatten soll, sagte Lindner: “Das ist gar nicht notwendig.” Die vielen Anfälligkeiten seien der beste Angriffsvektor.

Lindners Forschungsergebnisse sind laut Dan Kaminsky, Sicherheitsexperte und Chefforscher bei DKH, nicht nur für Internet Service Provider erschreckend, sondern auch für Millionen von Internetnutzern. “Ein Einbruch in einen Router ist eine große Sache”, sagte er im Gespräch mit News.com. Das gelte vor allem, wenn es sich um Produkte des am schnellsten wachsenden Routerherstellers handele. “Wenn man in einen Router eindringen kann, kann man ihn übernehmen, und den Datenverkehr von Nutzern überwachen und verändern.”

Auch verschlüsselte Systeme seien nicht sicher, so Kaminsky weiter. Viele Anbieter nutzten eine unzureichende Authentifizierung, was es Angreifern erlaube, beliebige und damit auch legitime Websites nachzuahmen.

[mit Material von Elinor Mills, News.com]

(Bildquelle: shutterstock / Lisa S.)