Nokia macht letzte Handy-Produktionsstätte in Finnland zu

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Der finnische Traditionshersteller steht enorm unter Druck und muss sparen. Konzern-Chef Steven Elop will die Kosten mit weiteren Streichungen unter Kontrolle bringen. Dem Rotstift fällt jetzt auch das Werk im finnischen Salo, gut 100 Kilometer westlich von Helsinki, zum Opfer.

Der Nokia-Standort im südfinnischen Städtchen Salo (Bild: Nokia)

Im September wird Nokia das letzte Handy-Werk in Finnland schließen. Allerdings soll die Produktion des Lumia 800 im finnischen Salo bereits am Mittwoch vergangener Woche gestoppt worden sein, wie der stattliche Rundfunksender Yle berichtet. Neben den Modellen N8 und N9 wurde in diesem Werk auch das erste Windows-Phone produziert.

Mit Salo schließt Nokia nicht nur die letzte Produktionsstätte in Finnland, sondern beendet auch ein engagiertes Prestige-Objekt. Denn Salo hatte Nokia stets als besonders umweltfreundlich beworben. Hier soll für die Produktion beispielsweise ausschließlich Energie aus regenerativen Energien zum Einsatz gekommen sein. Auch soll so gut wie kein Abfall angefallen sein.

Mit den neuerlichen Sparmaßnahmen will Nokia in Finnland insgesamt bis zu 3700 Arbeitsplätze streichen. Weltweit werde Nokia 10.000 Arbeitsplätze abbauen. In dem Werk in Salo wird es wohl rund 780 Mitarbeiter treffen. Der Standort Salo bleibt aber in kleinerem Umfang erhalten, schließlich gibt es dort noch eine Entwicklungsabteilung mit Schwerpunkt auf Software. Für die Stadt, die ihren Wohlstand hauptsächlich der Nokia-Fabrik zu verdanken hat, ist der Stellenabbau dennoch ein schwerer, wenn auch seit einigen Monaten absehbarer Schlag.


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