Google hat im Zuge der Street-View-Aufnahmen erfasste WLAN-Daten nicht gelöscht

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Der Konzern sollte alle Informationen bis Dezember 2010 löschen. Das hat er jedoch nicht getan, wie der Datenschutzbeauftragte des Suchriesen gegenüber der britischen Datenschutzbehörde eingeräumt hat. Die will die gefundenen Daten nun eingehend prüfen.

Google hat die Daten, die Street-View-Fahrzeuge aus unverschlüsselten WLAN-Netzen mitgeschnitten haben, nicht wie versprochen gelöscht. Das hat der Suchriese gegenüber der britischen Datenschutzbehörde Information Commissioners Office (ICO) eingeräumt. Im Rahmen einer 2010 getroffenen Vereinbarung hatte sich Google eigentlich verpflichtet, die Daten bis spätestens Dezember 2010 zu vernichten.

Eines der von Google für Street-View-Aufnahmen verwendeten Fahrzeuge (Bild: Peter Marwan)

“Google hat bestätigt, dass es immer noch über einen Teil der Daten verfügt, die bei Street-View-Fahrten in Großbritannien gesammelt wurden”, schreibt Googles Datenschutzbeauftragter Peter Fleischer in einem vom ICO veröffentlichten Brief. “Google entschuldigt sich für diesen Fehler.”

Die Daten seien bei einer manuellen Prüfung der vorliegenden Street-View-Festplatten gefunden worden, ergänzte Fleischer. Es lägen auch noch Nutzerdaten aus anderen Ländern vor. “Wir sind dabei, die zuständigen Behörden in diesen Ländern zu informieren.”

“Die Tatsache, dass diese Informationen noch existieren, scheint gegen die Verpflichtungserklärung zu verstoßen, die Google im November 2010 unterzeichnet hat”, heißt es in einer Stellungnahme des ICO. Die Daten hätten nie aufgezeichnet werden dürfen. Googles Scheitern beim Löschen der Informationen gebe Anlass zur Sorge.

Dass Google seine Zusage nicht eingehalten hat, löste auch scharfe Kritik des irischen Datenschutzbeauftragten Gary Davis aus. Es sei nicht akzeptabel, Absprachen mit europäischen Regierungen nicht einzuhalten. Er gab Google bis einschließlich Mittwoch Zeit, sich zu dem Vorfall zu äußern.

Das ICO hatte sein Ermittlungsverfahren gegen Google wegen der Sammlung von Daten aus unverschlüsselten WLAN-Netzen im Juni wieder eröffnet. Die Bitte Googles, die jetzt aufgetauchten Daten sofort löschen zu dürfen, lehnte Steve Eckersley, Chef des ICO, jedoch ab. “Ich fordere eine sichere Speicherung der Informationen, bis wir unsere Untersuchung abschließen können.”

Nach Informationen von ZDNet UK arbeitet das ICO mit Kollegen in Australien, Frankreich, Irland und den Niederlanden zusammen. Ein Sprecher sagte, man prüfe und koordiniere eine gemeinsame Antwort.

[mit Material von Charles Cooper, News.com]