Holländer und Türken twittern am intensivsten

Allgemein

In den USA scheint es ohne Twitter gar nicht mehr zu gehen: Kampagnen für die Präsidentschaftswahlen werden darüber organisiert und kommuniziert, Schauspieler und Sternchen des Show- und Musikgeschäfts teilen darüber die für ihre Fans wichtigsten Informationen mit und etwas unüberlegt abgesetzte Tweets sorgen für erheblichen Medienrummel. In Europa ist das noch anders.

Der Mikroblogging-Dienst Twitter sorgt immer wieder für Aufsehen: Groß in den Medien war er zum Beispiel anlässlich der Notwasserung eines Flugzeugs auf dem Hudson River, durch alberne Follwer-Akquise-Wettbewerbe von Schauspielern aber auch durch die Auswertung von Tweets zu politischen Entwicklungen im Nahen Osten und Nordafrika durch Journalisten, die sich so teilweise ein besseres und vielfältigeres Bild der Lage machen konnten als ihre in ihrer Bewegungsfreiheit recht eingeschränkten Kollegen vor Ort. Und manche Firmen, allen voran Dell, nutzen den Dienst – zumindest in den USA – erfolgreich, um Restposten loszuschlagen oder Kunden auf Sonderaktionen hinzuweisen.

Zeit für Twitter also, aus dem Dienst auch Geld zu schlagen. Das Unternehmen will seine Anzeigenprodukte bis Ende des Jahres in 50 Ländern anbieten, wie CEO Dick Costolo Ende Juni auf einer Fachkonferenz in Cannes angekündigt hat. Zunächst erhalten Werbetreibende in Südamerika und einigen westeuropäischen Staaten, darunter auch Deutschland, Zugriff auf die Services. Vielleicht auch deshalb kündigte der Diesnt wenige Tage später an, strenger gegen Trolle vorzugehen – denn die Anzeigenkunden wollen ihre Produkte wohl kaum in zwielichtigem oder umstrittenen Zusammenhängen sehen.

Allerdings sind die Nutzer bei Twitter in Europa noch wesentlich zurückhaltender als in den USA. Zudem unterscheiden sich die Nutzungsgewohnheiten von Land zu Land stark – ebenso wie der Anteil der Surfer insgesamt, die den Mikroblogging-Dienst überhaupt verwendet, sich je nach Land stark unterscheidet. Am fleißgisten sind in Europa die Niederländer: Sie sidn mit über einem Drittel aller Webnutzer, die auch twittern zumindest in diese Disziplin Europameister – erstaunlicherwesie dicht gefolgt von der Türkei.

Erstaunlich ist das vor allem deshalb, weil sonst vor eher stark am englischsprachigen Sprachraum orientierte Länder (etwa Irland, Norwegen udn Schweden) vorne liegen. Dazu gehört natürlich auch Großbritannien, wo mehr als jeder Fünfte Surfer auch fleißiger Twitterer ist. Das Spitzenquartett komplettiert Spanien.

In allen anderen Ländern liegen die Prozentwerte deutlich unter denen der Top-Vier-Länder. Am wenigsten populär ist der Dienst in Österreich: Dort verwenden ihn nur 5,5 Prozent der Internet-Gemeinde. In der Schweiz (8,2 Prozent) und Deutschland (7,1 Prozent) sind es nicht wesentlich mehr. Andererseits: Mancher würde sich über die Nutzerzahlen, die Twitter auch hierzulande hat, zu Recht freuen.

In den Niederlanden, der Türkei, Großbritannien und Spanien hat Twitter einen besonders hohen Anteil der Internetnutzer für sich gewinnen können, im gesamten deutschen Sprachraum ist der Mikroblogging-Dienst dagegen vergleichsweise schwach vertreten (Grafik: Statista und Stepmap)
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