Unerwarteter Boom: PC-Markt in Europa legt 9,1 Prozent zu

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PCs werden günstiger und der Verkauf in Osteuropa und den arabischen Staaten floriert besonders – sogar das international inzwischen als krisengeschüttelt geltende Westeuropa hat ein moderates Wachstum bei den veräußerten Rechnern vorzuweisen.

Die EMEA-Zahlen (Europa, Mittlerer Osten und Afrika), die IDC für PC-Verkäufe im vergangenen Quartal registriert hatte, strafen vorherige Erhebungen Lügen: Noch Anfang des Monats glaubten die Marktforschungsunternehmen IDC und Gartner, der PC-Markt stagniere weltweit. IDC hatte die Wachstumsaussichten nur noch auf 5,6 Prozent eingestuft. Die aktuellen Zahlen allerdings sind durchweg positiv.

Zum Anstieg um 9,1 Prozent trugen Zentral- und Osteuropa ein Plus von 25,1 Prozent bei. Dort seien die Anbieter besonders aggressiv aufgetreten, schreiben die Marktforscher.

Im Vergleichsquartal des Vorjahrs war der Markt noch um 8,4 Prozent eingebrochen. Von jetzt 25,2 Millionen verkauften Geräten gingen 3,96 Millionen nach Russland. In Westeuropa konstatiert IDC ein moderates Wachstum um 4,1 Prozent.

Geht man nach Firmen, hat die Erholung von Acer wesentlich zu dem Ergebnis beigetragen. Im zweiten Quartal vergangenen Jahres hatte es 37,8 Prozent Minus verzeichnet, dieses Jahr kam es auf plus 32,7 Prozent. Trotz eines Rückgangs um 4,5 Prozent findet sich HP weiter an der Spitze – mit 4,8 Millionen verkauften Geräten und einem Marktanteil von 19,2 Prozent. Asus überholte mit plus 39,2 Prozent zwar Dell, kam aber nicht an Acer vorbei und belegt daher den dritten Platz. Es folgen Lenovo, Toshiba, Samsung, Apple, Sony und Fujitsu – in dieser Reihenfolge.

Zu bedenken ist, dass sich die amerikanischen Unternehmen HP und Dell zuletzt in die Bereiche Software und Services diversifiziert haben, während die asiatischen Unternehmen – Acer und Asus aus Taiwan, Lenovo aus China – mit niedrigen Preisen erfolgreich ihren Marktanteil ausbauten. Daten von Thomson Reuters bescheinigen HP eine Gewinnspanne von 7,4 Prozent und Dell eine von 6,2 Prozent, während Lenovo mit ungefähr 1,4 Prozent auskommen muss.

IDC vermutet, dass Anwender den Sommer über abwarten und sehr auf die Preise achten werden, auch wenn Ultrabooks und andere ultradünne Geräte auf den Markt gekommen seien. Diese Hardware-Trends zusammen mit dem Start von Windows 8 im Oktober würden aber zu Schuljahresbeginn und vor Weihnachten für Belebung sorgen.

PC-Markt EMEA nach IDC
Anbieter Ergebnis 2. Quartal 2011 in Mio. Stück Absatz 2. Quartal 2012 in Mio. Stück Marktanteil 2. Quartal 2011 Marktanteil 2. Quartal 2011 Wachstum im Jahresvergleich
Hewlett-Packard 5,077 4,847 22,0 % 19,2 % – 4,5 %
Acer 2,946 3,911 12,8 % 15,5 % 32,7 %
Asus 1,976 2,752 8,6 % 10,9 % 39,2 %
Dell 2,539 2,300 11,0 % 9,1 % – 9,4 %
Lenovo 1,358 2,217 5,9 % 8,8 % 63,3 %
Sonstige 9,203 9,170 39,8 % 36,4 % – 0,4 %
Gesamt 23,099 25,196 100 % 100 % 9,1 %

[mit Material von Jack Schofield, ZDNet.com und Florian Kalenda, zdnet.de]

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