Symantec Endpoint Protection: Update bringt XP-Rechner zum Absturz

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Nutzer betroffener Systeme sehen auch nach einem Neustart nur einen Blue Screen. Grund ist offenbar ein Konflikt mit SONAR und einem Drittanbieter-Produkt. Symantec hat das fehlerhafte Update bereits zurückgezogen. Kunden werden aber keine Entschädigung erhalten.

Ein vergangene Woche ausgeliefertes Signatur-Update für Symantecs Antivirensoftware Endpoint Protection 12.1 für Unternehmen macht Probleme. Wie der Sicherheitsanbieter auf seiner Website mitteilt, führt die Aktualisierung auf einigen Rechnern mit Windows XP zu einem sogenannten Blue Screen of Death.

“Seit dem 11. Juli hat Symantec Security Response Nutzerberichte erhalten, laut denen sie nach dem Einspielen der 18 Virendefinitionen der Revision vom 11. Juli Blue Screens erhalten”, berichtete Orla Cox vom Symantec-Security-Response-Team am Freitag in einem Blogeintrag. “Rechner können auch nach einem Neustart weiterhin mit einem Blue Screen abstürzen. Das Problem scheint nur unter Windows XP aufzutreten.” Später präzisierte Cox, dass die Abstürze nur XP-Systeme betreffen, auf denen das Symantec Online Network for Advanced Response (SONAR) und eine Drittanbieter-Software laufen.

Anwender hätten gemeldet, dass sie gezwungen waren, die Software manuell von betroffenen Rechnern zu entfernen, was sie als zeitaufwändigen Vorgang beschrieben, teilte Symantec mit. Nachdem der Grund für den Fehler identifiziert worden sei, habe man die fehlerhaften Signaturen am Donnerstag zurückgezogen.

Ein frustrierter Symantec-Kunde machte seinem Ärger über den Fehler im Diskussionsforum Luft: “Diese ganze Sache ist ein Witz. Wäre das Problem ein Konflikt mit einem zufälligen Gerätetreiber, hätte ich vielleicht etwas mehr Verständnis. Aber dass ein Konflikt mit Symantecs eigenen Treibern vorliegt und dieses Problem verursacht, ist eine Farce. Wer hat es vor dem Release getestet? Wurde es überhaupt getestet?”

Einige Forenmitglieder spekulierten darüber, dass Symantec Kunden für den Ausfall an Arbeitszeit und den Aufwand der IT-Abteilungen entschädigen würde. Das Unternehmen stellte aber klar, das dies nicht der Fall sei.

“Auch wenn wir keine Entschädigungspakete bereitstellen, arbeiten wir rund um die Uhr daran, Informationen zur Wiederherstellung und technischen Support zu liefern, um Kunden bei der Lösung des Problems zu helfen”, erklärte Symantec-Sprecherin Ellen Hayes gegenüber News.com. “Das schließt die direkte Kontaktaufnahme zu und technische Hilfe für Kunden ein, die in unserer Online-Community Kommentare veröffentlicht haben, in denen sie Hilfe suchen.”

Symantec Deutschland hat mitgeteilt, dass sofort nach Bekanntwerden der Inkompatibilität neue Virenschutzdefinitionen verteilt wurden, um den Fehler zu beheben. Seitdem seien von Anwendern keine weiteren Probleme gemeldet worden. Kunden, die Bluescreen-Fehlermeldungen erhalten, empfiehlt das Unternehmen, sich “über die regulären Kanäle” an seinen technischen Kundensupport zu wenden. Unternehmen finden weitere Informationen hier, Privatanwender informiert Symantec auf dieser Website.

[mit Material von Steven Musil, News.com]