Umbruch im weltweiten PC-Markt: Stillstand der Verkaufszahlen, Wechsel der Marktanteile

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Den Zahlen der beiden Marktforschungsinstitute IDC und Gartner zufolge findet derzeit im PC-Markt kein signifikantes Wachstum mehr statt. Verschoben haben sich vor allem Marktanteile: In den USA ist Apple der einzige Wachstumskandidat, und weltweit ist Lenovo schon fast auf dem Weg, Marktführer HP zu entthronen.

Nach den neuesten IDC-Zahlen stagniert der weltweite PC-Markt. Bei den Gartner-Zahlen sieht es nicht besser aus. Ob das nur den erhobenen Großhandelszahlen zu schulden ist oder ob tatsächlich die letztendichen Käufer für den heftigen Niedergang des HP-Marktanteils und für das Bröckeln bei anderen PC-Herstellern verantwortlich sind, steht offen.

Die Gartner-Zahlen sehen Apple als den klaren Sieger des Rennens um das Geschäft mit PCs – der kalifornische Hersteller hatte als einziger zugelegt; und das, obwohl Tablets wie das iPad überhaupt nicht mitgezählt wurden.

Apple verzeichnete demnach  bei den Lieferungen ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 1,91 Millionen Einheiten. Damit hält es inzwischen 12 Prozent des US-Markts für PCs. Alle anderen Hersteller in der Top Five haben nach Gartner einen Rückgang bei den Verkäufen verzeichnet – die meisten im zweistelligen Bereich. Insgesamt gingen die Auslieferungen um 5,7 Prozent auf 15,81 Millionen Geräte zurück. IDC attestiert dem US-Markt sogar ein Minus von 10,6 Prozent.

Die weltweiten Verkaufszahlen gehen laut Laut IDCs Worldwide Quarterly PC Tracker um 0,1 Prozent auf 86,7 Millionen Stück zurück. HP behauptet demnach seine Position als Marktführer. Lenovo verkürzt den Abstand auf den Branchenprimus jedoch von 5,7 auf 0,6 Prozentpunkte – offenbar half den Chinesen der zugekaufte deutsche Fels in der PC-Brandung, Medion, dabei recht ordentlich.

Im Mai waren die Marktforscher noch von einem Plus von 2,1 Prozent für den weltweiten PC-Markt ausgegangen. Mit einer Erholung sei erst zum Jahresende zu rechnen. Das schwache Ergebnis im zweiten Vierteljahr begründet IDC mit geringen Abverkäufen bei Großhändlern. Die wiederum wollten im Vorfeld der Einführung neuer Produkte im Herbst einen Anstieg ihrer Lagerbestände verhindern. Zudem seien Verbraucher angesichts der schwierigen Wirtschaftslage und des bevorstehenden Umstiegs auf neue Techniken weiterhin zurückhaltend.

Wen die Vorsicht der Käufer wirklich hart getroffen hat, unterscheidet sich bei den Marktforschern. Nach Gartner hat vor allem Toshiba Einbußen hinnehmen müssen, laut IDC ist das Schwinden der HP-Abverkäufe beträchtlich – obwohl Hewlett Packard nach diesen Zahlen noch die Nummer 1 der PC-Hersteller bleibt. Lenovo hat bei den Weltmarktzahlen nur noch 0,6 Prozent weniger Marktanteil als Hewlett-Packard.

“Die jüngsten Zahlen bestätigen IDCs Erwartung, dass das zweite Quartal eine Zeit des Übergangs ist, in der wirtschaftliche Faktoren und die Ankündigung neuer Produkte in der zweiten Jahreshälfte zu einem relativ geringen Wachstum führen”, sagte Jay Chou, Senior Research Analyst bei IDC. Microsoft müsse ein genaues Datum für die Markteinführung von Windows 8 sowie weitere Details zu Neuerungen kommunizieren, um Verbrauchern und Vertriebspartnern die Möglichkeit zu geben, ihre Einkäufe zu planen.

 

[mit Material von Stefan Beiersmann und Björn Greif, zdnet.de]

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