Entdeckt: Google entfernt Malware aus Google Play

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Wochenlang tummelten sich Apps in Googles Online-Store, die nichts anderes als schädliche Programme waren. Bis Google sie fand und beseitigte, wurden diesE Apps durch geschicke Tarnung schon bis zu 100.000 Mal heruntergeladen.

Laut Symantec ist es Cyberkriminellen erneut gelungen, Malware in Googles App-Marktplatz Play einzuschleusen. Symantec beschreibt sie als “Trojaner für Android-Geräte, der SMS an Premium-Nummern verschickt”. Die Android.Dropdialer genannte Schadsoftware tarnte sich demnach als die Spiele “Super Mario Bros” und “GTA 3 – Moscow City” und blieb für mehrere Wochen unentdeckt.

Der Schädling tarnt sich unter anderem als Spiel “Super Mario Bros” – laden Mitarbeiter das vermeintliche Game im Rahmen von “Bring your own device” herunter, gefährden sie so auch das Firmennetz

Veröffentlicht wurden beide Apps am 24. Juni. Symantec zufolge wurden sie bis zu hunderttausendmal heruntergeladen. Inzwischen seien beide Anwendungen aber gelöscht worden.

F-Secure hingegen will weitere Beispiele für mit Android.Dropdialer verseuchte Apps in Play gefunden haben. Mithilfe der Google-Suche habe man dafür nur 10 Sekunden benötigt. Auch die Apps “GTA 3 – Las Vegas”, “Instagram After Effects”, “FIFA 11 Russian Edition” und “Odnoklassniki Life” enthielten den Trojaner.

Symantec weist darauf hin, dass der Schädling weitere Komponenten aus dem Internet nachlädt, um einer Erkennung durch Googles Kontrollen zu entgehen. Nach seiner Installation lade der Schädling das Paket “Activator.apk” herunter, das auf Dropbox gehostet werde.

Zudem werde eine Erkennung durch Malware-Forscher erschwert, weil der Trojaner nur in bestimmten Ländern funktioniere, in denen es entsprechend profitable Mobilfunknetze mit teuren Premium-Nummern gebe. Außerhalb dieser Regionen sei die Malware “inkompatibel”. “Das beschränkt sie auf ihre Zielgruppe und macht es für Forscher schwerer, Muster zu finden”, heißt es im F-Secure-Blog.

Anfang Juni demonstrierten die Sicherheitsforscher Jon Oberheide und Charlie Miller eine Lücke in Googles Überprüfungsprogramm Bouncer. Es soll Apps auf bekannte Malware, Spyware und Trojaner untersuchen. In einem Video zeigten sie, wie sie eine falsche App einreichten und während der Analyse von Bouncer Remote-Zugriff bekamen. “So kann auch eine bösartige App sich brav geben, wenn sie in Bouncer läuft, und auf dem Gerät eines echten Anwenders Schaden anrichten”, sagte Oberheide.

[mit Material von Emil Protalinski, ZDNet.com]

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