Googles Blogging-Dienst vergrätzt Opera-Nutzer

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Ein Warnhinweis, man habe “Blogger” mit dem falschen Browser aufgerufen und solle Chrome installieren, verärgert die Anwender des norwegischen Opera. Schlecht für Googles Image: Einer der genervten Opera-User ist Autor bei Spiegel online, einer arbeitet bei The Register.

Konrad Lischka berichtet über eine “interessante Warnmeldung”, in der Google behauptet, einige Bereiche von Blogger würden bei Nutzung von Opera nicht funktionieren. “Ist das eine Warnung oder Eigenwerbung?” fragt sich Lischka, der auf Googles Missachtung des norwegischen Browsers erst durch den britischen Dienst “The Register” aufmerksam gemacht wurde:

“Ihr Browser wird nicht mehr von Blogger unterstützt”, meldet der Google-Dienst, “einige Teile von Blogger werden nicht funktionieren und Sie könnten Probleme bekommen. Wenn Sie Probleme haben, benutzen Sie Google Chrome”, heißt es – samt Download-Link zu Chrome.

Der Dienst funktioniere trotzdem, schreiben die Briten, doch die Meldung, man solle Chrome nutzen, tauche penetrant immer wieder auf. Auf den deutschen Spiegel-Seiten berichtet ein Opera-User, es gebe tatsächlich Bereiche, die nicht funktionierten, denn Google verwende Javascripts, die nicht ganz dem Standard entsprächen.

Auf den Register-Seiten wiederum wird empfohlen, den “User agent string” des Opera-Browsers so zu ändern, dass er melde, Chrome zu sein. Dann funktioniere alles wieder. In der Vergangenheit hatte so ein ähnliches Gezerre schon zwischen Opera und Microsoft stattgefunden: War der Browser norwegischen Ursprungs, hätten die Microsoft-Webseiten den Inhalt 30 Pixel nach links versetzt, berichtet TheRegister. Erst, wenn der User Agent String verändert wurde, habe man die Microsoft-Seiten wieder richtig betrachten können. Seinerzeit (2005) hatte es Opera geschafft, Microsoft durch ein EU-Urteil (2009) dazu zu zwingen, den Download anderer Browser als den des  Internet Explorers anzubieten. Damit wiederholt sich für Opera mit Google wieder eine Geschichte des Kampfes gegen mächtige US-Unternehmen.

Opera taucht nicht in der Liste unterstützter Software bei Google auf, erklärt Lischka die Ähnlichkeit mit dem Microsoft-Fall. Der europäische Hersteller sei einer der letzten unabhängigen Browser-Anbieter, denn Firefox und die Mozilla-Stiftung hängen durch einen Werbevertrag am Tropf von Google. Der Branchenspott “Google ist das neue Microsoft” ist also nicht ganz unbegründet.

Lischka nervt zudem, dass in der Meldung des Google-Dienstes nur Chrome zum Download angeboten wird – in der Liste der kompatiblen Systeme stehe doch ausdrücklich, man unterstütze auch Safari, einige Versionen des Internet Explorers sowie Firefox. Die EU, die ohnehin gegen Google wegen eines möglichen wettbewerbswidrigen Verhaltens ermittelt, dürfte durch die Blogger-Meldungen neue Indizien für eine etwaige Google-Strafe gesammelt haben.

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