BAE plant Navigation ohne GPS

ForschungInnovationWorkspaceZubehör

Forscher arbeiten daran, dass sich Navi-Systeme an einer Vielzahl von Signalen orientieren können. Das Projekt NAVSOP des Militärtechnik-Anbieters BAE Systems will sich nicht mehr nur auf die manchmal zu schwachen und nicht immer fehlerfreien Signale der GPS-Satelliten verlassen.

“Navigation via Signals of Opportunity”, kurz NAVSOP, nennt sich das Forschungsprojekt der britischen Firma BAE Systems – das neue Positionierungssystem nutzt Übertragungssignale von Fernseh- und Radiosendern, Wi-Fi Hotspots und Mobilfunkmasten, um noch ein bisschen genauer zu sein als nur GPS.

Gleich einem Kind, das Laufen lernt, muss sich NAVSOP jedoch anfangs noch mit Hilfe des großen Bruders GPS orientieren, wo es eigentlich im Groben steht – um dann erst die metergenaue Position mit Hilfe der anderen Signale auszubaldowern. Langfristiges Ziel ist es jedoch, ganz ohne GPS auszukommen.

Als Rüstungs-Unternehmen legt BAE Wert darauf, dass GPS-Signale durch “feindliche Störstrahlungen” unterbrochen oder sogar gefälscht werden könnten, etwa, um dann falsche Positionen vorzutäuschen. NAVSOP aber nutze eine Reihe schon vorhandener Signale aus dem zivilen Bereich, um die wahre Position noch exakter festzulegen – im Zweifelsfall könne man sogar die absichtlichen Störsignale nutzen, um die wahre Position zu erkunden.

Die “Schönheit” des Systems ergebe sich daraus, dass die Infrastruktur schon da ist und nicht erst aufgebaut werden muss, teilt BAE mit. Der Anbieter ist sich im Klaren darüber, dass die Technik auch für zivile Zwecke genutzt werden kann – Hersteller von Navigationssystemen könnten etwa NAVSOP in ihre Geräte integrieren, um noch genauere Positionsdaten zu liefern.

Sinnigerweise begann die (zivile) Auto-Navigation per GPS auch bei den ursprünglich für militärische Zwecke entwickelten GPS-Satelliten. Der Unterschied: Das neue System ist von Anfang an frei für die Nutzung außerhalb des militärischen Bereiches und nutzt vor allem zivile Signale. Möglicherweise hat sich hier BAE Ideen bei manchen Smartphone-Anbietern und Telekommunikations-Anbietern geholt – diese können die Poitionen ihrer Kunden oft an deren Nähe zu Mobilfunkmasten
erkennen. Und sogar Apple könnte auch hier wieder fleißig mitentwickelt haben, ohne es zu wissen: In den USA erkennt das iPhone Positionen auch anhand nahe liegender Wi-Fi-Zugänge.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen