Blackberry 10 ist noch nicht reif

MobileSmartphone

Research In Motion wird die nächste Generation seines Mobilbetriebssystems Blackberry OS erst Anfang 2013 fertig haben. Das ist ein schwerer Schlag für das kanadische Unternehmen, wäre es doch auf die dadurch erhofften Einnahmen dringend angewiesen. Ein Sparprogramm und neue Tablets sollen die Rettung bringen.

Aufgrund der Verschiebung von Blackberry 10 und den zugehörigen Smartphones von der zweiten Hälfte 2012 auf Anfang 2013 ist RIM zunehmend von seinem Barvermögen abhängig. Als Reaktion darauf hat das Unternehmen ein Sparprogramm angekündigt. Darin ist unter anderem die Entlassung von 5000 Mitarbeiten bis zum Ende des Fiskaljahrs 2013 vorgesehen.

Laut RIM-CEO Thorsten Heins hat die Blackberry-10-Plattform trotz der Verzögerungen weiterhin die höchste Priorität: “RIMs Entwicklerteams arbeiten unermüdlich daran, die Qualität und Zuverlässigkeit der Plattform zu gewährleisten, und ich werde das Produkt nicht aufs Spiel setzen, indem ich es zu früh ausliefere. Ich bin zuversichtlich, dass die ersten Blackberry-10-Smartphones ein bahnbrechendes neues Smartphone-Erlebnis ermöglichen werden.” Was daran so bahnbrechend sein wird, ließ Heins offe. Bei einer Telefonkonferenz mit Analysten kündigte er dafür neue Tablets an. Die befänden sich in der letzten Testphase und starteten “in naher Zukunft”.

Etwas ungereimt waren die weiteren Ausführungen von Heins zur Zukunft von Blackberry: Einerseits stellte er fest, dass RIM-Kunden die Markteinführung von Blackberry-Geräten in einem ersten Quartal bevorzugten. Das deutet darauf hin, dass man sich damit an die Kernzielgruppe, nämlich Firmenkunden, richten will. Andererseits hat RIM angekündigt, sich mit Blackberry 10 auf Smartphones mit QWERTZ-Tastatur für Einsteiger zu konzentrieren – also eher nicht Nutzer in Firmen

Kein Wunder, dass RIM erwartet, dass die nächsten Quartale eine “große Herausforderung” sein werden. Offenbar rechnet der Handyhersteller auch im zweiten Geschäftsquartal mit einem Fehlbetrag. Der gestern veröffentlichten Bilanz (PDF) zufolge schrumpfte der Umsatz zwischen Anfang März und Anfang Juni um 33 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro). Der Non-GAAP-Verlust, der Abschreibungen von 326 Millionen Dollar nicht berücksichtigt, lag bei 192 Millionen Dollar oder 0,37 Dollar je Aktie. Der Kurs der RIM-Aktie fiel nach Börsenschluss um 13,91 Prozent auf 7,86 Dollar. Im dritten und vierten Quartal soll RIM wieder schwarze Zahlen schreiben.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen