Hilfe bei der sauberen Beschaffung von IT

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Seit rund anderthalb Jahren bemüht sich TCO Development, die bisher für ihr Prüfsiegel für Monitore bekannte Abteilung des Dachverbandes der schwedischen Angestelltengewerkschaften, verstärkt darum, neben Ergonomie und Umweltaspekten auch die Arbeitsbedingungen bei der Produktion zu zertifizieren. Jetzt können die Schweden erste Erfolge vorweisen.

Nach Angaben von TCO Development stehen nun die ersten IT-Produkte zur Verfügung, die den aktuellen Gütekriterien der Nachhaltigkeitszertifizierung TCO Certified entsprechen. Anders als bei vielen anderen Siegeln fließen bei TCO Certified nicht nur Umweltaspekte ein, sondern wird auch unter die Lupe genommen, inwieweit der Hersteller seine soziale und wirtschaftliche Verantwortung – die sogennante Corporate Social Responsibility (CSR) – Ernst nimmt. Dazu werden auch die Bedingungen in den Produktionseinrichtungen für IT-Produkte beurteilt.

Welche Anforderungen TCO dabei stellt, wurde im März dieses Jahres bekannt gegeben. Seitdem haben eine Reihe von IT-Herstellern daran gearbeitet, diese Anforderungen zu erfüllen und sich zertifizieren zu lassen. Für die Auszeichnung verlangt TCO Development von den Herstellern neben der Erfüllung sämtlicher Anforderungen im Hinblick auf Umweltverträglichkeit, Ergonomie und Energie auch den Nachweis, dass die Produktion zu den Kernstandards für sozial verantwortliche Arbeitsbedingungen der International Labor Organization (ILO) konform ist. Nachweisen müssen das die Hersteller durch von unabhängigen Prüfstellen durchgeführte Sozial-Audits sowie durch die Teilnahme an Programmen wie EICC oder SA8000.

Nun sind die ersten Produkte mit dem aktuellsten TCO Certified Siegel verfügbar – All-in-One-PCs von Lenovo. Genauer gesagt handelt es sich um die Modelle ThinkCentre M92z und M72z mit Displays von 20 und 23 Zoll. Die komplette und jeweils aktuellste Liste kann unter http://www.tcodevelopment.com eingesehen werden. Neben All-in-One-PCs wird das Siegel auch für Notebooks, Desktop-Computer, Tablet-PCs, Beamer, Headsets und natürlich Monitore vergeben.

Niclas Rydell von TCO Development (Bild: TCO Development)

Druck auf die Hersteller nimmt zu

Niclas Rydell von TCO Development sieht insgesamt einen großen Bedarf an Produkten, die nicht nur aus Umwelt- sondern auch aus sozialen Aspekten heraus nachhaltig gefertigt werden. Zwar sei das Interesse bei Einkäufer von Unternehmen noch mäßig, gerade die öffentliche Hand lege aber bereits großen Wert darauf, bei ethisch möglicht einwandfrei produzierenden Firmen zu kaufen.

Als Einrichtungen, die mit ihren lieferanten “aktiv das Gespräch über Nachhaltigkeit suchen” nennt er in Deutschland beispielsweise den Freistaat Bayern mit rund 100.000 IT-Anwendern, das Bundesland Rheinland-Pfalz mit 30.000 IT-Usern, die Universität Regensburg, das Landratsamt des Kreises Esslingen, den Landkreis Osnabrück sowie den Deutschen Wetterdienst.

Aber auch die Bundesagentur für Arbeit, mit 180.000 Anwendern, sowie in Österreich die Stadt Wien mit 30.000 PC-Arbeitsplätzen gehörten dazu. Außerdem hätten erste Gespräch zwischen TCO und dem Bundesbeschaffung in Österreich, dem deutschen Beschaffungsamt, der Bundeswehr und sogar mit BMW stattgefunden.

Damit wird die Zertifizierung auch für die Hersteller erstrebenswert: Denn nehmen die oben genannten und andere Organsiationen die Zertifizierung – oder zumindest die dadurch bestätigten Anforderungen – in ihre Ausschreibungen auf, dürfte es schwer werden, ohne sie an diesen großen Abnehmer noch etwas zu verkaufen. Und diese Geschäfte werden sich nur wenig entgehen lassen wollen.

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