Zum 100. Geburtstag des Computerpioniers Alan Turing

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Am 23. Juni 2012 jährt sich zum hundertsten Mal der Geburtstag des Logikers und Mathematikers Alan Turing. Die 1936 von ihm entworfene, später Turingmaschine genannte Konstruktion, verkörpert das grundlegende Prinzip des Computers.

Der am 23. Juni 1912 geborene britische Logiker und Mathematiker Alan Mathison Turing schuf wesentliche theoretische Grundlagen der Informatik. Im Zweiten Weltkrieg wirkte er an der Entzifferung deutscher Funksprüche mit, die mit der Schlüsselmaschine Enigma codiert waren. Obwohl er nur 41 Jahre alt wurde, leistete er prägende Beiträge zu mehreren Wissenschaftsbereichen, sowohl zur Kryptoanalyse, zur Computertechnologie als auch zur theoretischen Biologie.

Eine Vielzahl weltweiter Veranstaltungen feiert im Alan-Touring-Jahr sein Leben und seine Arbeit. Mit der Ausstellung “Codebreaker” trägt das Science Museum in London dazu bei. In deren Mittelpunkt steht der frühe Rechner ACE (Automatic Computing Machine), an dessen Entwicklung Turing von 1945 bis 1948 arbeitete.

Ein ebenfalls Codebreaker genanntes Theaterstück wird im Jubiläumsjahr in Deutschland von den University Players aus Hamburg aufgeführt. Termine sind am 14. Septmeber in Paderborn, am 9. in Braunschweig und am 26. Oktober in Hamburg. In den Niederlanden wartet die Ausstellung Turings Erfenis mit einer besonders originellen Idee auf: einer aus dem Robotik-Baukasten Lego Mindstorms Next konstruierten Turingmaschine.

Nette Hommage an Turing: Die Lego-Turing-Machine aus den Niederlanden (Bild: CWI).

Der in London geborene Turing zeigte schon als Kind eine große Begabung im Umgang mit Zahlen und Rätseln. Mit 24 Jahren schrieb er seine Arbeit “On Computable Numbers, with an Application to the ‘Entscheidungsproblem'” und konzipierte dabei die sogenannte Turingmaschine. Sie war eigentlich ein mathematisches Konzept zur Berechenbarkeit von Problemen.

In einem 1950 veröffentlichten Papier schlug der Mathematiker den Turing-Test vor. Damit sollte sich feststellen lassen, ob eine Maschine zu menschenähnlichem Denken fähig ist. Damit stieß er eine intensive Diskussion über Künstliche Intelligenz an. Ab 1952 arbeitete Turing an mathematischen Problemen der Biologie und ging unter anderem den Fragen nach, wie sich Zebrastreifen formen und wie sich die Muster tropischer Fische bilden.

Alan Turing erhielt zu Lebzeiten nur wenig Anerkennung für seine Leistungen. Zwar verkürzte die Enigma-Entschlüsselung den Zweiten Weltkrieg möglicherweise deutlich, aber seine Mitwirkung daran blieb bis in die 1970er Jahre geheim.

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Nach einem Einbruch in seinem Haus erfuhr die Polizei 1952 von seiner Homosexualität. Er wurde den damals geltenden Gesetzen zufolge wegen “grober Unzucht und sexueller Perversion” angeklagt. Nach seiner Verurteilung musste er sich zwischen Gefängnis oder einer Hormonbehandlung mit Östrogen entscheiden und wählte die “Therapie”.

Turing, der zuvor als Marathonläufer beachtliche sportliche Erfolge hatte, litt wahrscheinlich unter deren Nebenwirkungen. 1954 wurde er tot neben einem vermutlich vergifteten Apfel aufgefunden. Die gerichtliche Untersuchung ging von Suizid aus. 2009 entschuldigte sich der damalige britische Premierminister Gordon Brown offiziell für die Behandlung Turings durch den Staat.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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