Nvidia verteidigt sich gegen Kritik von Linus Torvalds

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In einer Stellungnahme macht der Grafikchiphersteller deutlich, dass er seine Arbeitsweise nicht ändern wird. Zuletzt hat er Modifikationen an Treibern vorgenommen, um das Zusammenspiel mit dem Open-Source-Projekt Bumblebee zu erleichtern.

Nvidia hat auf die heftige Kritik von Linus Torvalds an seinem Linux-Support reagiert und eine Stellungnahme veröffentlicht. Darin macht der Grafikchiphersteller deutlich, dass er nicht plant, seine Arbeitsweise zu ändern.

“Linux zu unterstützen, ist wichtig für Nvidia, und wir glauben, dass es Leute gibt, die ebenso eine Leidenschaft für Linux als Open-Source-Plattform haben wie wir leidenschaftlich gern großartige GPU-Erfahrungen liefern”, heißt es zu Beginn des Nvidia-Statements. Als Grund für den mangelnden Linux-Support für seine Hybridgrafiktechnik Optimus gibt das Unternehmen an, dass diese zum Start nur von Windows 7 unterstützt wurde.

Daraufhin habe die Open-Source-Community unter dem Projektnamen “Bumblebee” einen Linux-Treiber entwickelt, der die dedizierte Grafik für Applikationen und Spiele nutzbar macht. Er liegt aktuell in Version 3.0 (Codename Tumbleweed) vor. Nvidia zufolge hat es kürzlich Änderungen an den Installations- und Readme-Dateien des R295-Treibers vorgenommen, “um das Zusammenspiel mit Bumblebee zu erleichtern”.

“Wir können verstehen, dass einige Leute es vorzögen, wenn wir detaillierte Dokumentationen zu all unseren GPUs bereitstellen oder uns aktiver an der Diskussion zur Entwicklung des Linux-Kernel beteiligen würden. Wir haben uns aber entschieden, Linux auf unseren GPUs zu unterstützen, indem wir Nvidia-eigenen Code und nicht Linux-typische Infrastruktur einsetzen”, teilt Nvidia weiter mit. “Auch wenn das nicht jeden zufriedenstellen mag, erlaubt uns das doch, unseren Kunden eine möglichst einheitliche GPU-Erfahrung zu bieten, unabhängig von Plattform und Betriebssystem.”

Linux-Erfinder Torvalds hatte vergangene Woche bei einem Vortrag mit anschließender Fragerunde an der Aalto-Universität in Helsinkis Nachbarstadt Espoo sehr deutlich seinen Unmut über Nvidias mangelden Linux-Support geäußert. Er bezeichnete den Grafikchiphersteller als die “eindeutig schlimmste Firma”, mit der er es je zu tun gehabt hätte. Seine Aussage unterstrich er mit einem “So, Nvidia, fuck you!” samt ausgestrecktem Mittelfinger.


[mit Material von Adrian Kingsley-Hughes, ZDNet.com]

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