Amazon Appstore kommt nach Europa

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Noch in diesem Jahr soll der Amazon-Shop für Android-Apps auch nach Deutschland kommen. Einreichen könne man die Mobil-Anwendungen schon jetzt – zu neuen und besseren Konditionen dürfen sie dann ab dem offiziellen Start über den Store verkauft werden.

Android Apps ohne Googles Android Store: Mit seinem eigenen Online-Laden für Android-Apps will Amazon vor allem die Kindle-Fire-Nutzer beglücken.

Amazon will seinen AppStore für Android gegen Jahresende auch für Nutzer in Deutschland, England, Frankreich, Italien und Spanien öffnen. Sein Entwicklerportal steht ab heute offen für Anbieter, die ihre Anwendungen einreichen wollen. Die Apps bereits registrierter Entwickler sollen automatisch international verfügbar werden. Sie können aber auch selbst wählen, in welchen Ländern sie ihre Apps anbieten wollen.

Eröffnet wurde der Appstore bereits im März 2011, wandte sich aber zunächst nur an US-Kunden. Für Einkäufe waren eine Rechnungsadresse in den USA sowie Zahlung über Kredit- oder Debitkarte einer US-Bank Voraussetzung. Im April 2012 führte Amazon außerdem In-App-Verkäufe ein, deren Bezahlung ebenfalls mit der 1-Klick-Methode erfolgen.

Als besonderen Anreiz stellte Amazon täglich eine Android-App zum kostenlosen Download bereit. Darüber, wie auch deutsche Nutzer an den US-Geschenken teilhaben könnten, kursierten im Web diverse Tipps zum Vortäuschen von US-Adressen und IP-Nummern – das ist jedoch bald nicht mehr nötig. Mit ähnlichen GiveAway-Aktionen ist wohl auch in Deutschland zu rechnen.

Von Anfang an war es im Appstore möglich, Apps in emulierter Form zunächst 30 Minuten lang im Browser zu testen (“eine einzigartige neue Weise, Apps zu kaufen”). Seit Mai dieses Jahres ist es mit der Funktion “Test Drive” außerdem möglich, Software vor einem Online-Kauf direkt auf dem Smartphone als Endgerät zu erproben.

Mit der internationalen Ausweitung ändert Amazon gleichzeitig seine Vertragsbedingungen. Ab dem 1. Juli 2012 bekommen die Entwickler für ihre Apps 70 Prozent des Listenpreises. Bisher waren es 70 Prozent des tatsächlichen Verkaufspreises, der von Amazon oft flexibel angepasst wurde, oder 20 Prozent des Listenpreises – zur Auszahlung kam der jeweils größere Betrag. Amazon gibt dabei jedoch vor, dass der Listenpreis niemals höher sein darf als der niedrigste Preis einer App in einer vergleichbaren Version, die von einem ähnlichen Dienst im jeweiligen Land angeboten wird. Keine Vergütung fällt bei kostenlosen Apps an. Die gleichen Prozentsätze gelten auch bei In-App-Käufen.

Der Onlinehändler plant für seinen Appstore eine weitere Expansion über die europäischen Länder hinaus. Obwohl noch nicht angekündigt, dürfte Amazon gleichzeitig auch sein Kindle Fire oder dessen Nachfolger außerhalb der USA anbieten. Das liegt auch deshalb nahe, weil die Verkäufe des Android-basierten Tablets nach einem beachtlichen Start stark zurückfielen. Laut IDC verkaufte Amazon im vierten Quartal 2011 4,8 Millionen Kindle-Tablets, im letzten Quartal aber weniger aber 750.000.

[mit Material von Donna Tam, News.com]