Keine “Credits” mehr bei Facebook

E-CommerceMarketingSoziale Netzwerke

Das soziale Netz gibt seine eigene Währung auf, die in Facebook-Applikationen verwendet werden konnte. Die virtuelle Währung weicht echten lokalen Währungen; die Preise können jeweils regional anders sein. Facebook öffnet damit Anbietern den Weg zu Facebook-Geschäften, die sich an den Anforderdungen verschiedener Länder orientieren können. Zudem stellt das Web-2.0-Portal Entwicklern zusätzliche Einnahmen durch Abonnements in Aussicht.

Facebook verabschiedet sich von seiner virtuellen Währung, die im letzten Jahr von 15 Millionen Nutzern für den Kauf von Gütern genutzt wurde. Die Entwickler von Apps und Games müssen in Zukunft ihre Preise von Credits (“Facebook-Gutschriften”) auf die jeweilige örtliche Währung wie Dollar, Euro, Pfund oder Yen umstellen. Zusätzliche Einnahmen stellt ihnen das Soziale Netz durch Abonnements in Aussicht, die sie ab Juli anbieten können.

Die virtuelle Währung war 2009 als interner Test und 2010 als Beta gestartet. Die finale Version gibt es seit Januar 2011. Seit Juli 2011 müssen Spiele-Entwickler sie nutzen, wenn sie etwa Erweiterungen anbieten. Auch nach der Umstellung auf lokale Währungen will Facebook bei jeder Zahlung 30 Prozent der Summe als Gebühr einbehalten, wie bisher schon bei den Credits üblich.

Als Vorteil nennt Facebook in seinem Entwicklerblog eine einfachere Kauferfahrung. Die meisten Games auf Facebook hatten ihre eigenen virtuellen Währungen implementiert, so dass die Nutzer teilweise mehrfach umrechnen mussten – von ihrer eigenen Währung, mit der sie die Credits erworben hatten, in die Credits und dann die jeweilige Anbieterwährung. Die Umstellung soll außerdem differenzierte Preise erlauben: “Mit lokalen Preisen können Sie besser abgestufte und stimmigere Preise für die Nutzer außerhalb der USA festsetzen sowie die gleichen Güter von Markt zu Markt unterschiedlich auspreisen.”

Das Soziale Netz wird lokale Währungen für In-App-Käufe ab dem dritten Quartal unterstützen. Jegliche Apps, die virtuelle Güter anbieten, werden bis Jahresende auf Preise in lokalen Währungen umstellen müssen. Facebook vollzieht damit eine überraschende Wende, denn noch im letzten Jahr plante es offenbar, seine virtuelle Währung auch für andere Websites nutzbar zu machen. Im Oktober begann es zusammen mit ausgewählten Entwicklern, diese Möglichkeit zu testen.

Mit Preisen in echter Währung scheint Facebook jetzt auf mehr Kaufbereitschaft zu hoffen. Die Einnahmen weiter fördern sollen Abonnements, die Partner ab Juli auf Facebook.com wie mit mobilen Web-Apps anbieten können: “Mit Abonnements können Sie wiederkehrende Einnahmen erzielen und aktualisierte Inhalte oder Premium-Erfahrungen für eine monatliche Gebühr offerieren.” Erprobt werden solche Abonnements bereits von Entwicklern wie Kixeye und Zynga.

[mit Material von Dara Kerr, News.com]