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Das Ende von Excel

Zu viele Daten sind zu verwalten, zu wenige Datenbank-Funktionalitäten sind vorhanden in Microsofts Tabellenkalkulation. Dennoch verwenden die meisten Unternehmen Excel-Sheets, um ihre Betriebsdaten auszuwerten. Das alte ausgediente Tool noch für geschäftskritische Zwecke zu nutzen sei purer Wahnsinn – meint Sean Jackson von der Datenbankfirma Actian.

von Sean Jackson 1

Trotz aller angepriesenen Vorteile im Hinblick auf Qualität, Funktionalität und Stabilität schaffen es die meisten technischen Innovationen nie, ein Massenprodukt zu werden. Der Grund hierfür ist der Widerstand der Benutzer gegen Veränderungen. Eine neuere Studie bei Fortune 500-Unternehmen hat gezeigt, dass fast zwei Drittel aller größeren Veränderungen in Unternehmen an diesem Widerstand scheitern (siehe “Beyond the wall of resistance” von Rick Mauer). Trotz des Wandels in der Industrie, in der Daten für die meisten Organisationen zu einem wertvollen Aktivposten geworden sind, erfolgt die Datenanalyse und die Gewinnung betriebswirtschaftlich wichtiger Einblicke auf dem Desktop immer noch mit Microsoft Excel. Excel ist das Arbeitspferd der Datenanalyse, und viele Unternehmen bleiben ihm treu, trotz aller Kompromisse bei Geschwindigkeit, Bedienkomfort oder Skalierbarkeit, die es einem aufnötigt.

Auch heute noch rangiert Excel über den Business Intelligence-Tools der Enterprise-Klasse. Nach Angaben von Gartner sind 70 bis 80 Prozent aller Business Intelligence-Projekte zum Scheitern verurteilt. Excel hätte allein von seinen Features und seiner Funktionalität her längst abgelöst werden müssen, besonders vor dem Hintergrund der heute in den Unternehmen vorhandenen Datenmengen. Wir kennen das alle, das Gewirr von Pivot-Tabellen, Tortendiagrammen und die gefürchtete “Eieruhr”, während wir darauf warten, dass Formeln berechnet und Daten verarbeitet werden. Warum haben wir alle so viel Geduld mit Excel als tagtäglich eingesetztes Instrument zur Verwaltung und Analyse von Datenbeständen?

Die Grenzen von Excel

Excel wurde nicht für die heutigen Arbeitsweisen ausgelegt; es kann keine blitzschnellen Analysen durchführen, es kann nicht einmal die Daten bedarfsgerecht zusammenstellen, und doch sieht man Anwender im Vertrieb, in Wissenschaft und Technik, im Marketing und in den Vorständen weiterhin über ihre CEOs gebeugt beim Versuch, ihre Daten in ein Programm zu zwängen, das ursprünglich 1982 entwickelt wurde. In den zahlreichen Excel-Foren im Internet sind Aussagen wie diese nicht selten:

“Arbeite gerade an einer 552 MB großen Datei… und die enthält nur die Daten der ersten 3 Monate des Geschäftsjahres”

Als Datenbankanwendung fällt Excel bei Tests der Datenqualität und -genauigkeit aus einem einfachen Grunde durch: Es ist anfällig für Eingabefehler. Es zählt außerdem nicht zu den besten “Collaboration-Tools” – die Bearbeitung durch mehrere Benutzer ist problematisch. Da es vor allem eine Office-Lösung ist, ist seine Fähigkeit zur Interaktion mit Web-basierten Lösungen begrenzt. Reporting-Fähigkeiten sowie Sicherheit und Performance lassen ebenfalls zu wünschen übrig.

Excel basiert auf Office-Dateien, die sich bekanntlich duplizieren, kopieren, zusammenfügen und multiplizieren lassen, so dass letztendlich mehrere Versionen der Wahrheit vorliegen können. Da Excel jedoch mit Daten arbeitet, sollte es immer nur eine einzige Instanz und Datenausgabe geben.

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Letzter Kommentar




Eine Antwort zu Das Ende von Excel

  • 21. Juni 2012 à 13:57 von oohpss

    Schon die Vereinheitlichung und Gleichschaltung zuvor unterschiedlicher Prozesse verschiedener Unternehmen durch die Einführung von Standardlösungen wie SAP, war ein Grund dafür, dass zuvor existierende und möglicherweise wettbewerbsrelevante Unterschiede softwaretechnisch elimniniert wurden.
    Gerade erst kamen Bedenken auf, dass die Management-Nachwuchskräfte durch die immer gleicheren Ausbildungen mit dem immer gleicheren Lösungsansätzen zu einer Verarmung der Vielfalt führen.
    Und nun sollen auch noch die letzten Widerstandnester individueller Datenaufbereitung ur Herbeiführung von Entscheidungsgrundlagen geschliffen werden?
    Das Management austauschbar, weil es ohnehin nur den Vorgaben der Software folgt?
    Tolle Wettbewerbsvorteile, die da in Aussicht gestellt werden.

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