Das sind die neuen Funktionen von iOS 6

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Auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple die Features der im Herbst kommenden Version 6.0 seines Betriebssystems iOS vorgestellt. Zu den wichtigsten Änderungen für Nutzer gehören die Integration von neuen Karten, der Ausbau der Funktionalität der Sprachkomponente Siri – unter anderem auch für´s iPad.

Apple-Chef Tim Cook hat gestern auf der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC einen Ausblick auf iOS 6 gegeben und die Beta-Version für Mitglieder des iOS-Developer-Forums freigegeben. Zu den über 200 neuen Funktionen gehören eine Karten-App mit Apple-Design, Turn-by-Turn-Navigation und Ansichten aus der Vogelperspektive. Eine aktualisierte Version von Siri ist ebenfalls in iOS 6 vertreten. Sie hält jetzt auch beim neuen iPad Einzug. Sie bietet neue Funktionen mit Unterstützung von weiteren Sprachen, leichtem Zugang zu Sport-Ergebnissen, Restaurant-Empfehlungen und Kinoprogrammen. Wie angekündigt, wurde auch für eine engere Integration von Facebook gesorgt.

iOS 6 beinhaltet künftig eine Karten-App mit Vektor-basierten Kartenelementen, die Grafik und Text, sowie das Schwenken, Kippen und Zoomen flüssig machen sollen. Die Turn-by-Turn-Navigation führt mit gesprochenen Richtungsangaben zum Ziel. Die Flyover genannte Funktion bietet fotorealistische, interaktive 3D-Ansichten – ähnlich wie Google das gerade angefangen hat.

Mit der aktuellen Verkehrslage angereicherte Routenberechnungen halten darüber auf dem Laufenden, wie lange es noch bis zum Ziel dauert. Außerdem werden den Verkehrsverhältnissen angepasste, alternative Routen vorgeschlagen. Die lokale Suche liefert Informationen zu Unternehmen, etwa Infokarten, Einschätzungen und Zusatzinformationen vom Bewertungsdienst Yelp.

Siri auch für´s iPad

Siri ist künftig außer für das iPhone 4s auch für das neue iPad verfügbar. Neben Englisch, Französisch, Deutsch und Japanisch unterstützt die Software auch Spanisch, Italienisch, Koreanisch, Mandarin und Kantonesisch. Mühe gegeben hat sich Apple, damit sich via Siri dann einfach der Facebook-Status erneuern, auf Twitter posten oder eine App öffnen lässt. Außerdem soll es möglich sein, mit dem iPhone nur mittels Stimme zu interagieren.

Aber Apples Pläne gehen noch weit darüber hinaus: Durch Partnerschaften – unter anderem mit Audi, BMW, Daimler, General Motors, Honda und Toyota – soll die Technologie auch in Fahrzeugen Einzug halten. Spracheingabe soll dann möglich sein, ohne dass der Bildschirm aufleuchtet und so den Blick des Fahrers ablenkt. Damit will Apple bereits im kommenden Jahr auf den Markt kommen – in der Automobilbranche ist das ein ungewöhnlich kurzer Entwicklungszyklus.

Bessere Integration mit Facebook und iCloud

Ausgebaut hat Apple auch die Facebook-Integration. Es reicht künftig, sich einmal anzumelden um aus dem “Notification Center” mit seiner Community zu interagieren. Informationen der Facebook-Freunde werden bei allen iOS-Geräten auf dem neuesten Stand gehalten, Details bei Kontakten bei Änderung automatisch upgedatet, Veranstaltungen und Geburtstage in den Kalender übernommen. Inhalte aus dem App Store und iTunes kann man zudem künftig direkt mit “Gefällt mir” kennzeichnen. Außerdem sieht man, was Freunde empfehlen.

Bei iCloud lassen sich mit iOS 6 Fotos mit der Funktion “Shared Photo Streams” anderen zugänglich machen. Man wählt dazu die Bilder aus und definiert die Kontakte, die das Album anschauen dürfen. sollen. Das Fotoalbum wird dann mit deren iOS-Geräten synchronisiert und ist umgehend in iPhoto und Aperture auf deren Macs, über das Internet oder via Apple TV verfügbar. In dem Album können der Urheber und seine Kontakte Kommentare hinterlassen oder einzelne Fotos mit “Gefällt mir” kennzeichnen.

Passbook und Guided Access

Mit der App Passbook – deren Funktionen in der Form auch schon von anderen geboten werden – lassen sich Ausweise, Bordkarten oder Eintrittskarten digitalisieren. Allerdings nutzt Apple – anders als es der Konkurrenz möglich ist – die umfassende Nutzerüberwachung um für die Passbook-App je nach Zeit und Ort die passenden Dokumente auf dem Lock-Screen anzuzeigen: Betritt man beispielsweise das Lokal einer Kaffeerösterkette, erscheint automatisch die passende Kundenkarte. Und am Flughafen soll Passbook zum Beispiel auf kurzfristige Flugsteigänderungen oder Verspätungen hinweisen.

Mit Guided Access bringt Apple zudem eine Art Kinderschutzsoftware für iOS. Der Konzern preist die Funktion damit an, dass sie zum Beispiel Lehrern oder Administratoren erlaubt, Bedienungselemente der Hardware zu deaktivieren, um so ein iOS-Endgerät mit einer einzigen App zu belegen. Das sei zum Beispiel für Prüfungen nützlich. Guided Access bietet auch die Möglichkeit, die Eingabe auf bestimmte Teile des Bildschirms zu begrenzen.

Der weitere Fahrplan

Zu den weiteren neuen Funktionen bei iOS 6 zählen Erweiterungen bei Safari wie iCloud Tabs, Offline-Leselisten, Foto-Uploads und Vollbild-Ansicht sowie die Unterstützung von FaceTime-Telefonaten über Funknetzwerke. Außerdem gibt es die Möglichkeit, eine VIP-Mailbox einzurichten, eingehende Anrufe abzulehnen sowie Rückruf-Erinnerungen oder Nicht-Stören-Optionen zu setzen.

Die iOS Beta-Software und das SDK sind ab für Mitglieder des iOS Developer Programms auf developer.apple.com erhältlich. iOS 6 wird als kostenloses Software Update für iPhone 4S, iPhone 4, iPhone 3GS, das neue iPad, iPad 2 und iPod touch (4. Generation) in diesem Herbst erhältlich sein. Wie bereits vermutet, wird iOS 6 damit aber nicht mehr zum ersten iPad und zum iPod Touch der 3. Generation kompatibel sein. Immerhin: Das iPhone 3 GS gehört offenbar zu den unterstützten Geräten. Einige Funktionen werden jedoch nicht auf allen Produkten verfügbar sein.

[mit Material von Anja Schmoll-Trautmann ZDNet.de]