Auf Microsofts Cloud-Plattform Azure läuft jetzt auch Linux

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Virtuelle Maschinen eignen sich für das Hosting von Ubuntu, CentOS und Suse Linux. Microsoft propagiert die “hybride Cloud” mit portierbaren virtuellen Festplatten. Es verbindet Infrastruktur- und Plattformdienste.

Mit dem aktualisierten Windows Azure bietet Microsoft jetzt auch virtuelle Maschinen (VMs) an, die für das Hosting von Linux geeignet sind. Microsoft modifiziert Azure damit von einem Angebot für Platform-as-a-Service (PaaS) zu einem für Infrastructure-as-a-Service (IaaS). Die VM-Unterstützung erlaubt es den Kunden außerdem, SQL Server oder SharePoint Server in virtuellen Maschinen laufen zu lassen. Zum Start lockt Microsoft Kunden mit Einstiegspreisen zwischen 13 und 64 US-Cent pro Stunde und virtueller Maschine.

“Indem wir Infrastruktur- und Plattformdienste verbinden, werden diese neuen Möglichkeiten von Windows Azure Ihnen größere Flexibilität darin erlauben, wie Sie Ihre eigenen Anwendungen schaffen oder in die Cloud bringen können”, schreibt Bill Laing, bei Microsoft für Server und Cloud verantwortlich, in einem Blogeintrag. “Wir werden außerdem neue Betriebssysteme unterstützen, neue Programmbibliotheken für .NET, Java, PHP und Node.js veröffentlichen sowie Azure in weiteren Regionen verfügbar machen.”

Mit Ubuntu und Suse, aber ohne Red Hat

Die neuen persistenten VMs im Spring Release von Azure werden es Nutzern erlauben, mit Open Suse 12.1, CentOS 6.2, Ubuntu 12.04 sowie Suse Linux Enterprise Server 11 SP2 zu arbeiten. Ebenfalls lauffähig sein werden Windows Server 2008 R2 sowie Windows Server 2012 Release Candidate. In auffälliger Weise keine Erwähnung findet Red Hat Linux Enterprise. Red Hat benötigt natürlich als Marktführer unter den kommerziellen Linux-Distributionen kaum die Förderung durch Microsoft. Andererseits könnte es eine bewusste Strategie von Microsoft sein, unterstellt The Register, die kleinen Anbieter gegen den ernsthafteren Konkurrenten zu unterstützen.

Weniger auf Verschwörungstheorien fixierte Beobachter nehmen dagegen an, dass sich Red Hat mit seinem eigenen PaaS-Angebot einfach zu deutlich als Mitbewerber von Azure aufgestellt hat. Außerdem hat dass Unternehemn in diesen Tagen mit CloudForms ein Angebot gestartet, dass von den Funktionen her dem von Microsoft sehr ähnelt: “Mit CloudForms können Unternehmen die unterschiedlichsten Infrastrukturvarianten einsetzen, angefangen von virtuellen bis hin zu Private und Public Clouds, und sie in hybriden Infrastrukturen gemeinsam nutzen. Cloud Computing eröffnet damit völlig neue Möglichkeiten”, erklärt Brian Stevens, CTO und Vice President Worldwide Engineering bei Red Hat, in einer Pressemitteilung das Konzept.

“Canonical und Microsoft haben in Zusammenarbeit dafür gesorgt, dass Ubuntu vom Start weg getestet, zertifiziert und bereit für Enterprise ist”, versichert Paul Oh, Business Development Director von Canonical. Ubuntu-Images könnten direkt aus der Windows Azure Gallery gestartet werden, der Support erfolge durch Canonical.

Suse bietet für die auf seinem Linux Enterprise Server basierenden Anwendungen auch bei Windows Azure die One-Click-Deployment-Funktionen von Suse Studio an. Das Unternehmen plant zudem, das Wartungsangebot für den Linux Enterprise Server mit Security Patches, Bug-Fixes und dem Verteilen neuer Features auf das Micrsooft-Cloud-Angebot auszudehnen. Auch die anderen Funktionen von Suse Studio, um Anwendungen für Linux-Workloads zu entwicklen und auf Pay-per-Use-Basis auf Windows Azure einzurichten, preist das Unternehmen als Vorteil seines Angebots.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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