Apple setzt sich im Streit um neuen Kartenstandard Nano-SIM durch

Verlierer sind RIM, Nokia und Motorola: Ihre Entwürfe wurden vom Standardisierungsgremium ETSI verworfen. Die kommende Nano-SIM ist 40 Prozent kleiner als eine Micro-SIM-Karte und abwärtskompatibel zu älteren SIM-Standards. Laut ETSI ermöglicht das Format die Entwicklung kleinerer und dünnerer Mobiltelefone.

von Stefan Beiersmann 0


Das European Telecommunications Standards Institute (ETSI), das für die weltweite Standardisierung der SIM-Karten zuständig ist, hat den vierten SIM-Standard verabschiedet. Die Nano-SIM genannte neue Generation basiert auf einem erst im Früjahr eingebrachten Vorschlag von Apple. Sie ist rund 40 Prozent kleiner als aktuelle Micro-SIM-Karten, die beispielsweise im iPhone 4S und im Galaxy S III zum Einsatz kommen.

Der jetzt vom ETSI gewählte Standard beschreibt eine SIM-Karte, die 12,3 Millimeter breit, 8,8 Millimeter lang und 0,67 Millimeter dick ist. Sie bietet alle Funktion derzeit verwendeter SIM-Karten und ist abwärtskompatibel.”Die heutigen SIM-Karten-Designs benötigen sehr viel Platz in einem mobilen Gerät”, heißt es in einer Pressemeldung des ETSI. “Dieser Platz wird in aktuellen Mobiltelefonen, die ständig mehr Funktionen bieten, immer wertvoller.” Das neue Format ermögliche die Entwicklung dünnerer und kleinerer Handys.

Ursprünglich sollte die Entscheidung über den neuen Standard schon im März fallen. Sie verzögerte sich jedoch durch einen Streit über die Designvorschläge. Einer davon stammte von Apple und wurde von den meisten Mobilfunkanbietern in Europa unterstützt. Ein anderer war eine gemeinsame Entwicklung von Nokia, Research In Motion und Motorola. Sie befürchteten, Apple wolle sich mit seinem Vorschlag Patente sichern und die Mitbewerber ausbooten. Der iPhone-Hersteller trat dem entgegen, indem er die kostenlose Lizenzierung seines Designs anbot.

Nokia argumentierte, sein Entwurf sei technisch überlegen, weil die SIM-Karte kleiner und gemäß den Richtlinien des ETSI entwickelt worden sei. Die Finnen verzichteten jedoch auf Abwärtskompatibilität. Im vergangenen Monat legten RIM und Motorola zudem ein überarbeitetes Design vor. Der Kompromiss wurde jedoch nicht angenommen. Auch Apple änderte seinen Vorschlag, um zu verhindern, dass eine Nano-SIM einen Steckplatz für eine Micro-SIM blockieren kann.

[mit Material von Max Smolaks, TechWeekEurope]

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