Die IT für Olympia 2012 in London steht

Netzwerke

Atos, IT-Partner des Internationalen Olympischen Komitees, hat die Erprobungsphase für die IT-Systeme der Olympischen Sommerspiele abgeschlossen: Die Generalprobe ging jetzt erfolgreich über die Bühne. Insgesamt wurde 200.000 Stunden lang getestet, um die erforderliche IT-Infrastruktur bereitzustellen.

Atos hat den erfolgreichen Abschluss der letzten technischen Generalprobe vor den Olympischen Sommerspielen 2012 in London bekannt gegeben. Zusammen mit dem verantwortlichen Organisationskomitee “London Organising Committee of the Olympic and Paralympic Games” (LOCOG ) hat der Dienstleister die Systeme 200.000 Stunden lang getestet, und ist nun bereit, Athleten, Besuchern, Offiziellen und Journalisten die bisher umfangreichste olympische IT-Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.

Während der Spiele überwachen in London pro Schicht 180 Spezialisten die Olympia-Infrastruktur (Bild: Atos).

In London werden insgesamt 30 Prozent mehr digitale Informationen zu verarbeiten sein, als bei allen bisherigen Spielen. Während der Spiele werden 3500 IT-Experten im Technologieteam arbeiten – viele davon sind Atos-Mitarbeiter, viele wurden aber auch eigens dafür angeheuert. Zusammen sind sie für die Bereitstellung von 900 Servern, rund 1000 Netzwerk- und Sicherheitsgeräten sowie über 10.000 Computern zuständig.

Die Tests begannen bereits knapp 18 Monate vor dem Entzünden der olympischen Flamme. Die Technikmannschaft unter Gerry Pennell, CIO bei LOCOG, testete seit Herbst 2010 zusammen mit den Atos-Kollegen sämtliches Equipment nicht nur in einem Testlabor, sondern auch an den späteren Originalschauplätzen. Insgesamt 42 Test-Events wurden im Rahmen veranstaltet, mehr als 4200 Kilometer Telefon-, Netzwerk -und andere Kabel zur Kommunikation verlegt. Ein Teil davon führt vom Olympia-Park auch zu dem eigens errichteten Rechenzentrum, dessen exakter Standort aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben wird.

In einem abgeschotteten Netzsegment, das keinerlei Schnittpunkte mit dem Internet hat, arbeiten alle Maschinen, die mit dem Erfassen und Verarbeiten der Wettkampfresultate betraut sind. Datentransfers sind nur aus diesem Netz heraus möglich. So sollen Manipulationen per Internet oder aus dem olympischen Netz heraus unmöglich sein.

Nach 18 Monaten Vorlaufzeit wurde jetzt die Generalprobe für die IT-Infrastruktur der Olympischen Spiele in London abgeschlossen (Bild: Atos).

Den 20.000 Medienvertretern vor Ort bieten die Organisatoren mit dem “Commentator Information System” (CIS) ein in High-Tech-Informationssystem. “CIS versorgt beispielsweise die TV-Kommentatoren mit sämtlichen Wettkampfergebnissen. Und zwar nur einen Wimpernschlag, nachdem die Messapparaturen in den Wettkampfstätten die Resultate erfasst haben. Damit ist CIS schneller als der Jubel der Zuschauer vor Ort vorbei ist”, so Technik-Chef Pennell.

Überwacht wird das alles aus dem sogenannten Technical Operation Center (TOC). Im TOC, dessen genaue Position ebenfalls nicht verraten wird, sitzen bereits seit Mitte Oktober 2011 Techniker. Während der Spiele behalten dort jeweils 180 Spezialisten pro Schicht nicht nur die eigene Technik im Auge, sondern überwachen auch den öffentlichen Nahverkehr, das Wetter und andere für den reibungslosen Ablauf wichtige Parameter.

Neben Atos als weltweitem IT-Partner der Olympischen Spiele sind noch zahlreiche andere IT-Firmen am Gelingen der Veranstaltung beteiligt: Acer ist als Sponsor weltweiter Partner für die verwendeten Computer. Panasonic hat sich als Sponsor das recht gesichert, sich als offizieller Partner für Audio- und Videoausrüstung zu präsentieren. Samsung ist offizieller Partner für Mobilkommunikation und BT für Kommunikationsdienste. Die Firma Airwave ist offizieller Partner für mobile Betriebsfunkdienste.

Als Netzwerkausrüster ist Cisco an Bord. Das Unternehmen hat diese Position übernommen, weil Nortel, das als sogenannter Tier-One-Partner und offizieller Netzwerkausrüster für die Kommunikationsinfrastruktur der Londoner Spiele zuständig sein sollte, im Frühjahr 2009 in Insolvenz gehen musste. Allein um als Sponsor auftreten zu können, hatten die Kanadier dem Londoner Organisationskomitee rund 43,2 Millionen Euro gezahlt.

Tipp: Olympia-Interessierte finden bei den Kollegen von ZDNet eine Bildergalerie mit dem Stand der Bauarbeiten für die Anlagen für Olympia 2012 vom Herbst 2009.

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