Treue zu XP kostet Firmen mehr als die Migration auf Windows 7

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Eine von Microsoft bezahlte IDC-Studie vergleicht die Kosten von Windows XP und Windows 7. Letzteres spare Firmen jährlich Kosten in Höhe von rund 700 Dollar pro Nutzer. XP kommt immer noch auf eine Installationsbasis von etwas über 40 Prozent.

Ein von Microsoft finanziertes White Paper (PDF) kommt zu dem Ergebnis, dass Unternehmen auf Dauer wesentlich mehr bezahlen, wenn sie an Windows XP festhalten. Die Berechnungen basieren auf der ausführlichen Befragung neun großer Organisationen, die sowohl Windows XP als auch Windows 7 einsetzen.

Laut IDC verlieren XP-Nutzer in Firmen produktive Zeit durch Malware-Attacken, häufig erforderliche Reboots, Ausfälle sowie häufige Helpdesk-Anfragen. Windows XP unterstütze zudem aktuelle PC-Technik oft nicht oder nur unzureichend. Nicht zuletzt führe es zu unzufriedenen Nutzern, die durch die “Consumerization” der IT verwöhnt seien und modernere Bedienoberflächen erwarten.

Die Weigerung, eine Umstellung auf Windows 7 vorzunehmen, verursacht IDC zufolge binnen drei Jahren mehr Kosten als für einen Umstieg auf Windows 7 anfallen. Jedes einzelne XP-System verursache jährlich Kosten von 870 Dollar. Ein System mit Windows 7 hingegen erfordere jährlich nur Ausgaben in Höhe von 168 Dollar, also 702 Dollar weniger.

Die IDC-Analysten kommen zu der Schlussfolgerung: “Wenn Organisationen weiterhin eine Windows-XP-Umgebung bewahren, setzen sie sich nicht nur Sicherheitsrisiken und Supportproblemen aus, sondern verschwenden Budget-Dollars, die sie besser in eine Modernisierung ihrer IT investieren sollten.”

Laut IDC beginnen die Kosten für den Betrieb eines Rechners besonders nach etwas mehr als drei Jahren rasch anzusteigen. Gleichzeitig ziehen die Kosten, die durch die eingeschränkte Produktivität des Nutzers entstehen an (Grafik: IDC).

Bedauerlicherwiese haben sich die Analysten in ihrer Untersuchung lediglich auf die Kosten für den Betrieb des Desktops oder Notebooks beschränkt. Viele Firmen halten aber nicht deshalb an XP fest, weil es ein so ausgezeichnetes Desktopbetriebssystem ist, sondern weil Anwendungen, die sie dafür geschrieben haben oder haben schreiben lassen, ihnen wichtig sind. Eine faire Berechnung der Kosten müsste auch die Ausgaben für die Umstellung solcher Software einbeziehen – was aber zugegebenermaßen schwierig ist, da es sich dabei um individuelle, jeweils schwer verallgemeinerbare Kosten handelt.

Microsoft bemüht sich schon länger intensiv, Privat- und Geschäftskunden zum Umstieg auf das neuere Betriebssystem zu bewegen. Laut IDC kam Windows XP Ende 2011 im geschäftlichen Umfeld noch immer auf eine bemerkenswerte Installationsbasis von 42 Prozent, andere Marktforscher stellen sogar noch höhere Marktanteile fest. Daher sei zu befürchten, dass auch nach dem Auslaufen des Erweiterten Supports noch viele Unternehmen an XP festhalten.

Ab 8. April 2014 wird Microsoft keine sicherheitsrelevanten Patches, Bugfixes und andere Updates für Windows XP mehr bereitstellen. Daher ist zu erwarten, dass Hacker sich XP-Installationen verstärkt ins Visier nehmen. Aufgrund der bisherigen Entwicklung geht IDC davon aus, dass die Installationsbasis von Windows XP in Unternehmen bis Ende 2014 auf 11 Prozent zurückgeht.

Dem White Paper zufolge ist nicht mit einer schnellen Akzeptanz von Windows 8 in den Unternehmen zu rechnen. Mit dem kommerziellen Einsatz rechnen die Marktforscher frühestens Ende 2013 oder Anfang 2014 in nennenswertem Umfang. ICD erwartet, dass Unternehmen bei PCs mit vorinstalliertem Windows 8 zunächst ein Downgrade auf Windows 7 vornehmen.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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