Security-Experte Andreas Winterer: “Wie Fernfahrer im Suff”
ITespresso: Freeware-Tools wie beispielsweise Microsofts Security Essentials gibt es auch für kleine Unternehmen. Halten Sie den Einsatz von Freeware-Tools für sinnvoll?
Winterer: Privatanwender ohne besonders wertvolle Daten brauchen nicht mehr als Freeware oder MSE. Wichtiger als ein kommerzielles Schutzprogramm ist für sie ein regelmäßiges Backup auf einer einfachen externen Platte.
Privatanwender mit wertvollen Daten sowie berufliche Anwender sollten nicht wegen der Funktionalität, sondern wegen des Supports zu kommerziellen Produkten greifen. Und den Support dann auch einfordern, wenn das nötig ist. Und über Social-Media-Kanäle sehr laut werden, wenn der nicht funktioniert.

Wer seine Daten in einem Onlinespeicher wie Dropbox speichert, sollte die Daten trotzdem auch lokal sichern.
Was ist besser: eine komplette Software-Suite, die “gegen alles” schützt oder die gezielte Anwendung bestimmter Tools?
Die gezielte Anwendung bestimmter Tools ist besser. Dazu müsste man aber wissen, welche Tools man wie gezielt einsetzen sollte, und damit sind wir wieder beim Know-how-Problem, zumal man das situativ entscheiden muss.
Die Frage ist also eigentlich eher, was man weglassen kann, und das ist doch oft Geschmackssache und eine Frage der Abwägung. Die Firewall eines Drittherstellers ist in meinen Augen eher verzichtbar. Aber wenn zum Beispiel der Surf-Filter einem User, der einfach nicht willens oder in der Lage ist, sich beim Surfen auf sichere Seiten zu beschränken, 95 Prozent der gefährlichen Seiten blockt, dann spricht nichts gegen einen solchen Surf-Filter, auch wenn er streng betrachtet mehr Sicherheit suggeriert, als er wirklich liefert.
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