Yahoo bringt eigenen iOS-Browser

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Die neue Software für das Surfen mit Apple-Mobilgräten heißt Axis und kann als Plug-in für Firefox, Chrome, IE oder Safari genutzt werden. Sie soll ähnlich wie manche Windows-Instant-Suchen anderer Anbieter schneller zu Vorschlägen für die richtigen Seiten führen – diesmal aber auf Basis der Yahoo-Suche.

Der neue Browser Axis für iPhones und iPads soll die Suche um einen Shritt verkürzen. Ethan Batraski von Yahoos Search Innovation Group zufolge hat eine Websuche typischerweise drei Schritte: Eingabe des Suchbegriffs, Ergebnisseite, Wechsel zu einer der gefundenen Seiten. In Axis erscheinen die Ergebnisse als Vorschau, schon während der Anwender seinen Suchbegriff eingibt. Auf iOS-Geräten lassen sich sich per Finger horizontal durchscrollen. Axis führt somit direkt von der Eingabe zur Ergebnisseite. Allerdings muss der Anwender natürlich immer noch eines der Suchergebnisse antippen – der mittlere Schritt entfällt nicht ganz.

Nur in etwa 20 Prozent der Fälle erhält der Anwender Batraski zufolge noch Textkästen mit den Ergebnissen. Das Produkt sei für die 700 Millionen Anwender gedacht, die Yahoo nutzen. Außerdem liefere Yahoo ohnehin etwa 80 Millionen Browser jährlich aus – überwiegend Microsofts Internet Explorer mit beigepackter Yahoo-Toolbar. Auf dieser Grundlage hoffe der Konzern, seinen Browser im Markt etablieren zu können – anders als etwa Flock oder Rockmelt.

Axis hält überdies die Suchergebnisse der User auf ihren iOS-Geräten und Desktops synchron. Dies scheint der Hauptgrund für die Desktop-Plug-ins zu sein. Der Großteil von Yahoos Engagement gilt offenbar den iOS-Versionen. Batraski sagt, das Produkt habe Apples Segen. Manager der iPhone-Herstellers hätten ihm gesagt, man stecke nicht allzu viele Ressourcen in den eigenen Browser Mobile Safari. Er hält es außerdem für wahrscheinlich, dass sich der Standard-Browser in iOS irgendwann wechseln lassen wird. Sonst drohe Apple vermutlich ein Kartellprozess wie Microsoft in seinen besten Tagen.

Für Yahoo ist Axis ein aggressiver Schritt. Der Konzern macht immer noch viele Millionen Umsatz mit Werbung, die er auf Suchergebnisseiten präsentiert – auch wenn die Suchtechnik inzwischen von Microsofts Bing kommt. In Axis aber gibt es keine Suchergebnisseite im eigentlichen Sinne, und auf der Suchseite ist zumindest bislang keine Werbung zu finden.

Eine Android-Version von Axis steckt noch in der Entwicklung. In Googles Ökosystem lässt sich ein alternativer Browser zwar leichter integrieren, aber ein Yahoo-Browser dürfte hier längst nicht so willkommen sein wie bei Apple. Google hat selbst zwei Browser im Rennen, den namenlosen Android-Browser und eine Testversion von Chrome. Wer mit ihnen sucht, sorgt für Umsatz mit Google-Anzeigen – im Markt für Such-Anzeigen sind Yahoo und Google direkte Konkurrenten.

[mit Material von Rafe Needleman, News.com]