HP: Weniger Gewinn, weniger Stellen, mehr Forschung

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Nach dem Schrumpfen der Gewinne um 31 Prozent auf “nur noch” 1,6 Milliarden US-Dollar streicht der Compterhersteller 27.000 Jobs. Im Zuge der Umstrukturierung soll künftig mehr Geld in Forschung und Entwicklung fließen.

Die Zahlen Hewlett-Packards für das zweite Geschäftsquartal 2012 nennen einen GAAP-Nettogewinn von 1,6 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro). Das entspricht einem Rückgang von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Darüber hinaus bestätigte das Unternehmen die zuvor vermuteten Stellenkürzungen. Bis zum Ende des Fiskaljahrs 2014 werden 27.000 Mitarbeiter des Computerherstellers ihren Job verlieren.

Die Zahl entspricht rund 8 Prozent der weltweiten Belegschaft. Die Entlassungen sind nach Unternehmensangaben Teil einer Restrukturierung, mit der das Kerngeschäft gestützt werden soll. Die erwarteten Einsparungen von 3 bis 3,5 Milliarden Dollar jährlich will HP in Forschung und Entwicklung investieren.

Derzeit steckt das Unternehmen 3 Prozent seiner Einnahmen in Forschung und Entwicklung. Bei gleichbleibendem Umsatz soll der Anteil künftig bei 5 Prozent liegen. CEO Meg Whitman kündigte zudem Einsparungen in anderen Bereichen an, ohne Details zu nennen. Unklar ist, ob damit auch zusätzliche Kündigungen gemeint sind.

Einer Pressemeldung zufolge sollen die Sparten Services, Software und Server gestärkt werden. HP will demnach unter anderem in Cloud-Computing, Analytics, Big Data, Sicherheit, Storage und Networking investieren. Ein Teil des eingesparten Gelds soll auch in Marketing und Vertrieb fließen.

Die Restrukturierung ist aber auch mit Kosten verbunden. Im Geschäftsjahr 2012 rechnet HP mit einer Belastung von 1,7 Milliarden Dollar. Weitere 1,8 Milliarden Dollar sollen auf die Jahre 2013 und 2014 verteilt werden.

HPs Umsatz schrumpfte im zweiten Fiskalquartal 2012 um 3 Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar (24,4 Milliarden Euro). Den Non-GAAP-Aktiengewinn gibt das Unternehmen in der gestern veröffentlichten Bilanz mit 0,98 Dollar je Aktie an. Damit übertrifft das Ergebnis die Erwartungen von Analysten, die einen Non-GAAP-Profit von 0,91 Dollar je Aktie bei Einnahmen von 29,9 Milliarden Dollar vorausgesagt hatten.

“Unsere Zahlen scheinen sich zu stabilisieren”, sagte Whitman bei einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die Kehrtwende sei zwar noch nicht erreicht, HP mache aber Fortschritte. Die Personal Systems Group habe ihre Marge gehalten und das Wachstum im Enterprise-Segment habe das schwache Verbrauchergeschäft zum Teil ausgeglichen.

Investoren nahmen den Quartalsbericht und den Jobabbau offenbar positiv auf. Nach Verlusten von 3,21 Prozent im Lauf des gestrigen Handelstags stieg der Kurs der HP-Aktie nach Bekanntwerden der Zahlen und der Entlassungen im nachbörslichen Handel um 9,11 Prozent auf 23 Dollar.

[mit Material von Zack Whittaker, ZDNet.com, und Rachel King, ZDNet.com]