Ein Riesenschritt für das Android-Ecosystem

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Durch Android finden sich MIPS-basierte Applikationsprozessoren in Tablets und Smartphones. Die Freigabe eines MIPS NDK durch Google ermöglicht es App-Entwicklern, die Vorteile der MIPS-Architektur leichter zu erschließen und die Aufnahme MIPS-basierter Lösungen im Markt für Mobilgeräte zu beschleunigen.

Die MIPS-Architektur ist bekannt für ihre Rolle in den Bereichen Home Entertainment und Netzwerktechnik. Am 1. Mai 2012 hat Google ein Update seines Native Development Kits (NDK) vorgestellt, mit dem sich native Apps auf MIPS-basierten Geräten entwickeln lassen. Das ist bemerkenswert, heißt es doch, dass Google von den Millionen MIPS-basierten Android-Geräten Notiz genommen und Maßnahmen ergriffen hat, um das MIPS ABI zu unterstützen.

Amit Rohatgi, der Autor dieses Beitrags für ITespresso, ist Principal Mobile Architect bei MIPS Technologies.

Entwickler konnten zuvor ein MIPS NDK von der MIPS Developer Website herunterladen. Nun erhalten sie es von der Android Developer Site – von der die meisten Entwickler das NDK beziehen. Von diesem Schritt ist zu erwarten, dass viele neue Entwickler nun MIPS-kompatible Apps in kurzer Zeit bereitstellen werden.

Die deutliche Mehrzahl der Android-Apps (die Dalvik-basiert sind) ist bereits für MIPS-basierte Plattformen verfügbar. Bei bestimmten grafik- und ressourcenintensiven Apps entscheiden sich jedoch manche Entwickler, nativ zu kodieren, um die Performance und Zugänglichkeit zu verbessern. Wir sehen das ein – weshalb wir das NDK mit MIPS-Support auf unserer Entwickler-Homepage anpassen. Mit dem Release 8 des offiziellen Android NDK können Entwickler nun über Architekturen hinweg nativ kodieren, was zu Apps führt, die auf verschiedenen Geräten funktionieren, einschließlich MIPS-basierter Geräte.

Googles Schritt, das MIPS ABI in die Release 8 des Android NDK zu integrieren hat eine Vielzahl von Auswirkungen. Für Endanwender wird sichergestellt, dass die gewählten Apps konsequent auf allen internetfähigen Geräten funktionieren, unabhängig von der Architektur auf der sie basieren – und sei es MIPS, x86 oder ARM. Für Entwickler verspricht Release 8, dass seine Apps jetzt in größerem Umfang zum Einsatz kommen können, was mehr Gewinn abwirft. Ihnen steht nun auch die Tür zu nicht-traditionellen Android-Märkten wie Digital-TV, Settop-Boxen und anderen Home-Entertainment-Geräte offen (wo MIPS übrigens den größten Marktanteil hat).

Für OEMs, ODMs und Halbleiterpartner ergibt sich Freiheit bei der Wahl der CPU, die nun nach den Vorteilen der jeweiligen Architektur ausgesucht werden kann. Wir gehen davon aus, dass MIPS die beste Architektur in Sachen Preis-Leistungsverhältnis ist.

Für Google ist es ein Schritt, der Glaubwürdigkeit bringt, da das Unternehmen schon viele Male in der Vergangenheit erklärte, dass Android offen für alle Architekturen sein soll. Die Möglichkeit, nun mehr MIPS-kompatible Android-Apps entwickeln zu können, erhöht auch das Potenzial, weitaus mehr Android-basierte Geräte auf den Markt bringen zu können.
Für MIPS und seine Kunden ist dieser Schritt eine öffentliche Anerkennung der wachsenden Bedeutung von MIPS im Mobilgerätebereich sowie eine wichtige Erweiterung des MIPS-Mobile-Ecosystems. Wenn immer mehr MIPS-basierte Mobilgeräte auf den Markt kommen, wächst auch das Mobile-Application-Ecosystem rund um MIPS.

Auf dem Markt befinden sich bereits einige Low-Cost-Android-Geräte auf Basis der MIPS-Architektur. Das erste Tablet mit Android 4.0 ‘Ice Cream Sandwich’ war sogar ein MIPS-Tablet. Im letzten Monat hat Philips ein MIPS-basiertes 7-Zoll-Tablet für den chinesischen Markt vorgestellt. Das Tablet durchlief die Android Compatibility Test Suite (CTS) und ist nun vollständig zertifiziert. Wir glauben, dies ermöglicht die GMS-Integration (Google-Apps wie Google Play, Maps, Gmail) für zukünftige Versionen.

Mit der neuesten Version des Android NDK können Entwickler ihre Apps einem noch breiteren Publikum zugänglich machen – und zwar über Google Play, den Amazon-Markt und andere App-Marketplaces – wobei MIPS-basierte Geräte den Zugriff darauf ermöglichen (Google Play erfordert GMS-Integration, die bald bei einigen MIPS-basierten Geräten zur Verfügung steht).

Einer der Gründe, warum wir erfolgreich in den Mobilmarkt eindringen, liegt an der Fähigkeit von MIPS‘, schnell und präzise vorzugehen. Zurück in der ‘Cupcake’-Zeit dauerte das Portieren von Android auf MIPS Monate. Seitdem ist unser Know-how gewachsen, und MIPS-basierte Halbleiterbausteine für Mobilgeräte, einschließlich SoCs von Ingenic Semiconductor und Actions Semiconductor, sind weiter gereift. Am 14. November 2011, als Android 4.0 offiziell vorgestellt wurde, benötigte MIPS nur sieben Tage für die Portierung. Und nur weitere zehn Tage später konnte unser Halbleiterpartner eine stabile Version auf einem Tablet präsentieren.

Am 5. Dezember 2012 erschien ein MIPS-basiertes Gerät (nicht ARM und nicht Intel!) als das weltweit erste Android 4.0 Tablet – das Ainovo Novo 7 Basic. Und darüber hinaus war es bereits im Einzelhandel in China zu einem Preis von weniger als 100 Dollar erhältlich. Damit war es drei Monate alleine, bis schließlich auch andere Tablets auf den Markt kamen, die Android 4.0 unterstützten.

Entwickler können das NDK auf Googles Android Developer Website herunterladen und sind eingeladen, im MIPS-Blog darüber zu diskutieren.

Amit Rohatgi, der Autor dieses Beitrags für ITespresso, ist Principal Mobile Architect bei MIPS Technologies.