Schadenersatzklage in Höhe von 15 Milliarden Dollar gegen Facebook

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Eine US-Anwaltskanzlei hat 21 Datenschutzvorwürfe zu einer Sammelklage zusammengefasst. Den Schadenersatz errechnet sie auf Basis des US Wiretap Act. Das Gesetz ahndet Verstöße mit einer Entschädigung von bis zu 10.000 Dollar pro Betroffenem. Derzeit prüft die Kanzlei, ob und wie sich europäische Nutzer der Klage anschließen können.

Die Anwaltskanzlei Stewarts Law US hat 21 Datenschutzklagen gegen Facebook zu einer Sammelklage vereint. Das Social Network soll die Internetnutzung von Anwendern verfolgt und deren Privatsphäre verletzt haben. Der geforderte Schadenersatz beträgt 15 Milliarden Dollar.

Die Summe wurde einem Bericht von Bloomberg zufolge anhand des US-Abhörgesetzes Wiretap Act berechnet. Es sieht je Verstoß eine Entschädigung von mehr als 100 Dollar pro Tag vor. Der Höchstbetrag pro Facebook-Mitglied beläuft sich auf 10.000 Dollar. Allerdings könnte sich die Schadenersatzforderung noch erhöhen. David Straite, einer der Partner der Kanzlei Stewarts, sagte gegenüber Bloomberg, es müsse noch geprüft werden, wie sich Nutzer außerhalb der USA der Klage anschließen könnten.

Stewarts reichte seine Klage am Freitag nur wenige Stunden vor Facebooks Börsengang ein. Der geforderte Betrag von 15 Milliarden Dollar liegt zudem nur eine Milliarde unter dem von Facebook angestrebten Erlös von 16 Milliarden Dollar aus dem Verkauf seiner Aktien.

Datenschutzklagen sind Facebook nicht neu. Schon 2009 beschäftigte sich ein Gericht in Kalifornien mit angeblichen Verstößen des Unternehmens gegen Datenschutzgesetze. Im März 2012 klagten 13 Personen, weil Facebook unerlaubt ihre Adressbücher gespeichert habe. Weitere Beklagte in dem noch laufenden Verfahren sind Path, Twitter und Apple.

Bei den jüngsten Änderungsplänen von Facebook für die Nutzungsrichtlinie zeigte sich, dass vor allem Nutzer im deutschsprachigen Raum mit der Verwendung ihrer Daten durch Facebook nicht einverstanden sind. Auf der deutschen Governance-Seite des Sozialen Netzwerks waren bis Ende vergangener Woche über 28.000 Proteste eingegangen. Die englischsprachige Version der Site verzeichnete lediglich knapp über 7000 Einträge. Laut seinem Kodex muss Facebook die Datenverwendungsrichtlinie, die früher Datenschutzrichtlinie hieß, aufgrund des Protests nachbessern.

[mit Material von Don Reisinger, News.com]

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