So entsteht ein ganz privater Monitor

WorkspaceZubehör

Wer im Großraumbüro mit dem Rücken zum Raum sitzt, hat manchmal ein komisches Gefühl: Selbstverständlich, darf jeder wissen, was man da treibt, aber muss es denn auch wirklich jeder wissen? Wer ein bißchen Bastelarbeit nicht scheut, kann sich dank der Funktionsweise von LCD-Monitoren leicht selbst behelfen.

Aus einem schon etwas betagten HP 1702 wird im Wochenendprojekt der Kollegen von CNET ...

Mit einem kleinen Trick und etwas Bastelarbeit lässt sich aus einem ganz normalen Monitor im Eigenbau ein höchst privater Monitor machen. Er erscheint dann für alle anderen weiß – nur wer mit der geigneten Brille davor sitzt, sieht den tatsächlichen Bildschirminhalt.

Um zu verstehen, wie das funktioniert, muss man wissen, wie LCD-Bildschirme grundsätzlich funktionieren. Wichtigster Aspekt ist dabei die Polarisation. Damit wird die Schwingungsrichtung von Licht bezeichnet – bei Monitoren beispielsweise horizontal oder vertikal. Ein normaler Monitor arbeitet mit mehreren Schichten aus Polarisationsfiltern. Diese lassen jeweils nur in einer bestimmten Richtung schwingendes Licht durch.

Der erste dieser Filter ist auf der Hintergrundbeleuchtung des Monitors angebracht, damit bei den einzelnen Pixeln auf dem LCD-Panel nur in eine Richtung polarisiertes Licht ankommt. Die einzelnen Pixel verfügen zudem über variable Filter, die die Polarisation des Lichts ändern können, also von horizontal auf vertikal – und in feinen Abstufungen dazwischen.

Vor den Pixeln befindet sich schließlich ein weiterer Polfilter. Er ist gegenüber der Filterschicht auf der Hintergrundbeleuchtung um 90 Grad gedreht. Daher sperrt er alles Licht, das unverändert von der ersten Filterschicht ankommt.

... ein Monitor, der nur noch dem Benutzer seinen Bildschirminhalt preisgibt (Bilder: CNET.de).

Soll ein Punkt auf dem LCD-Monitor hell erscheinen soll, müssen die variablen Filter in den Pixeln das Licht an dieser Stelle ebenfalls um 90 Grad drehen – oder um etwas weniger, wenn der jeweilige Pixel nicht mit voller, sondern reduzierter Helligkeit erscheinen soll.

Das menschliche Auge kann zwischen unterschiedlichen Polarisationen nicht unterscheiden. Das Licht, das durch die erste Polfilter-Schicht kommt, sieht für es ebenso weiß aus wie das Licht der Hintergrundbeleuchtung selbst. Auch das Bild, das aus dem Panel kommt, wirkt für das Auge noch komplett weiß.

Dass das Licht an einzelnen Pixeln gedreht ist, kann der Betrachter nicht sehen. Erst die letzte Schicht eliminiert alles Störlicht – und sorgt so dafür, dass der gewünschten Inhalt sichtbar wird.

Genau dieses Tatsache haben sich die Kollegen von CNET zunutze gemacht. Wie Sie dabei im Einzelnen vorgegangen sind, zeigt ihr Wochenendprojekt Geheim-Monitor im Eigenbau.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen