Nvidia sichert sich 500 Mobilfunkpatente

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Die Schutzrechte beschreiben Techniken für die Standards 3G, 4G und LTE. Verkäufer ist das US-Unternehmen IPWireless. Der Grafikkartenspezialist kauft sie zusammen mit dem Patentspezialisten Intellectual Ventures.

Nvidia hat zusammen mit Intellectual Ventures von IPWireless rund 500 Mobilfunkpatente gekauft. Sie beschreiben in erster Linie Technologien für die Standards LTE, 3G und 4G. Über die Bedingungen des Verkaufs haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Einer Pressemeldung zufolge teilen Nvidia und Intellectual Ventures die Eigentumsrechte an den Patenten zwischen sich auf. Zudem lizenziert der Grafikchiphersteller alle Patente, die er nicht erworben hat. IPWireless behält eine kostenlose Lizenz für die Schutzrechte.

Intellectual Ventures wurde 2000 unter anderem vom ehemaligen Microsoft-Manager Nathan Myhrvold gegründet. Das Unternehmen hält den Inhalt seines Patentportfolios geheim. Kritiker bezeichnen es deswegen als einen Patent-Troll, der geistiges Eigentum erwirbt, um es an andere Firmen zu lizenzieren oder bei angeblichen Verstößen seine Rechte einzuklagen. Intellectual Ventures hingegen argumentiert, es bewahre die Branche vor teuren Klagen.

Patente sind derzeit heiß begehrt. Beispielsweise hatte Google 12,5 Milliarden Dollar ausgegeben, um sich das geistige Eigentum von Motorola Mobility zu sichern und Microsoft zahlte AOL im April 1 Milliarde Dollar für dessen Patente. Kurz darauf veräußerte es einen Teil der Schutzrechte für 550 Millionen Dollar an Facebook.

Angeschlagene Firmen wie Kodak sehen ihre Patente als eine Möglichkeit an, sich zu sanieren. Diesen Weg war unter anderem im vergangenen Jahr der insolvente kanadische Netzwerkausrüster Nortel gegangen, der bei einer Auktion 4,5 Milliarden Dollar für rund 6000 Telko-Patente und Patentanträge erzielte.

[mit Material von Larry Dignan, ZDNet.com]