Forbes zählt Ballmer und Chambers zu den fünf schlechtesten CEO der USA

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Das Wirtschaftsmagazin Forbes hat Microsoft-Boss Steve Ballmer zur schlechtesten Führungskraft der USA gekürt. Aus der IT-Branche außerdem unter den Worst-Five: Der seit 1995 amtierende Cisco-CEO und Präsident John Chambers.

Steve Ballmer (Bild: Microsoft).

Von allen CEOs, die in den USA ein börsennotiertes Unternehmen leiten, hätte es Ballmer am meisten verdient, gefeuert zu werden, so das vernichtende Urteil des Wirtschaftsmagazins. Er sei eine Belastung für die Mitarbeiter und den Aktienwert des Unternehmens.

Das Urteil von Forbes-Autor Adam Hartung fällt vernichtend aus: “Er hat Microsoft nicht nur im Alleingang aus lukrativen IT-Märkten (Mobile Music, Smartphones, Tablets) zurückgezogen und damit Wachstum und Gewinn seiner Firma geopfert – sondern auch das des dazugehörigen ‘Firmen-Ökosystems’ wie Dell, Hewlett-Packard und sogar Nokia.”

Die negativen Folgen von Ballmers Arbeit würden weit über Microsoft hinausreichen, in dem er Aktionärsvermögen und Arbeitsplätze zerstöre, wettert Hartung. Unter Ballmer seien wichtige Produkte immer wieder verschoben worden und Innovationen ausgeblieben. So habe beispielsweise die Entwicklung von XP-Nachfolger Windows Vista unter Ballmer viel zu lange gedauert.

“Das hätte völlig vermieden werden können, wenn das Microsoft-Board Ballmer schon vor Jahren durch einen CEO ersetzt hätte, der das schnelle Tempo des technologischen Wandels versteht und Microsoft auf Augenhöhe mit den Markttrend gehalten hätte.”

Forbes zufolge sollte man Ballmer nicht weiter erlauben auf Kosten von Aktionärsvermögen und Arbeitsplätzen ein so hohes Risiko einzugehen. Besser wäre es, der Microsoft-CEO würde sich zurückziehen und sein Vermögen genießen.

John Chambers, der dienstälteste CEO auf Hartungs Abschussliste, steht Cisco seit 1995 vor. Er führte daher das Unternehmen auch in den goldenen Zeiten als die Aktie 2001 bis auf 70 Dollar kletterte. “Aber seitdem hat eine Kombination von Rezessionen, die zu Kürzungen der IT-Budgets führten und den Markt zum Cloud Computing hin verschoben, Cisco auf der Suche nach einer Strategie und weiterem Wachstum zurückgelassen”, so Hartung.

Cisco-Präsident John Chambers (Bild: Cisco)

Chambers sei eine gute Wahl gewesen, als es darum ging, mit Cisco in Wachstumsmärkte vorzustoßen. Aber seit sich Kunden dem Cloud Computing zuwenden und Mobilfunknetze intensiver nutzen, sei Cisco nicht mehr in der Lage gewesen, Innovationen zu schaffen, neue Märkte zu erschließen und auszubauen, etwa bei Cloud Storage, Services oder Anwendungen. “Herr Chambers hat das Unternehmen dreimal umstrukturiert – aber das hat so viel gebracht, wie das Umstellen der Stühle an Bord der Titanic: Viel Verwirrung, aber keine Verbesserung des Ergebnisses.”

Als Beleg für seine Verurteilung führt Hartung den Aktienurs an: Zwischen 2001 und 2007 fiel er um die Hälfte auf 35 Dollar, seit 2007 hat sich der Wert der Cisco-Aktie nochmals halbiert und liegt jetzt bei rund 17 Dollar. Und jede Bilanzpressekonferenz verstärke den Eindruck nur noch, dass Cisco eine strategielose Firma in einem sich wandelnden Marktumfeld ist.

Neben den beiden IT-CEOs hält Hartung Jeffrey Immelt von General Electric, Mike Duke von WalMart und Edward Lampert vom Einzelhandelsunternehmen Sears für eine Fehlbesetzung.

[mit Material von Sibylle Gaßner Silicon.de]

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