Preise für Festplatten bleiben weiterhin hoch

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Im ersten Quartal 2012 sind sie lediglich um zwei Prozent gefallen. Die Hersteller erreichen die Produktionskapazität vor der Flut in Thailand erst im September. Laut Bitkom wirken sich die teuren Festplatten aber nicht auf die Preise von Komplett-PCs aus.

Die Preise für Festplatten haben sich noch nicht von ihren Höchstständen Ende 2011 erholt. In den ersten drei Monaten 2012 sind sie lediglich um zwei Prozent zurückgegangen. Damit verharren sie de facto auf dem Niveau des Vorquartals. Das meldet der Bitkom auf Basis einer Preisanalyse durch das Vergleichsportal guenstiger.de. In die Untersuchung ist die Preisentwicklung von 2671 Festplatten im ersten Quartal des Jahres eingegangen.

In Thailand werden rund ein Viertel aller Festplatten produziert. Bei der Flut im vergangenen Jahr waren zahlreiche Fertigungsstätten zerstört oder beschädigt worden, was zu einer Verknappung des Angebots führte. In der Folge stiegen die Preise in Deutschland im vierten Quartal 2011 um fast 40 Prozent. Im wichtigen Segment der internen und externen 3,5-Zoll-Festplatten verdoppelten sie sich sogar nahezu. Die weltweit ausgelieferte Anzahl ging gegnüber dem dritten Quartal 2011 um 30 Prozent zurück. Nach Angaben der Anbieter wird das alte Produktionsniveau spätestens im September wieder erreicht – fast ein Jahr nach dem Hochwasser.

“Trotz einer im Durchschnitt kaum spürbaren Preisbewegung der Festplattenpreise gab es in den vergangenen Monaten bei einzelnen Modellen extreme Ausschläge nach oben und nach unten”, so Bitkom-Präsident Dieter Kempf. Verbraucher sollten daher die Preise für bestimmte Modelle beobachten sowie die Angebote von Einzelhändlern und Online-Shops vergleichen. Spürbare Auswirkungen auf die Preise für Computer sieht der Bitkom dagegen nicht. “Wegen des scharfen Wettbewerbs können die PC-Hersteller höhere Bezugspreise für einzelne Komponenten kaum an die Kunden weitergeben”, erklärt Kempf.

Der Branchenverband rechnet damit, dass die Festplattenpreise im Jahresverlauf nachgeben werden. Fraglich sei allerdings, ob sie wieder das Niveau vor der Flut erreichen, da die Produzenten nach Analystenschätzungen rund eine Milliarde Dollar in die Wiederherstellung ihrer Anlagen investiert hätten. Das treibe die Preise nach oben. Zudem sind infolge der Flut auch die Preise für Komponenten von Zulieferern gestiegen, die ebenfalls von der Katastrophe betroffen waren.

(Bild links oben: MAK – Fotolia.com)