Kyocera entwickelt Farbtoner auf Grundlage nachwachsender Rohstoffe

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Bei der Produktion entsteht laut Hersteller ein Drittel weniger CO2 als bei der Herstellung konventioneller Toner. Als Rohstoffquelle setzt Kyocera auf Palmöl aus zertifizierten Anbau. Der Biomass genannte Toner soll im Sommer auf den Markt kommen.

Kyocera hat den eigenen Angaben nach ersten Farbtoner entwickelt, bei dem 30 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen stammen. Dadurch reduziere sich der CO2-Ausstoss bei der Produktion im Vergleich zur Herstellung konventionellen Toners ebenfalls um 30 Prozent. Negative Einflüsse auf die Nahrungsmittelproduktion durch den “Biomass” genannten Toner sollen durch den zertifizierten Anbau der Rohstoffe vermieden werden.

Mit seinem Biomass-Toner aus Palmöl will Kyocera den CO2-Ausstoss bei der Produktion reduzieren - wagt sich aber auf unsicheres Terrain (Bild: Kyocera).

Dazu arbeitet der Hersteller mit dem Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) zusammen. Die Organisation wurde 2004 auf Initiative des WWF gegründet. Sie soll nachhaltige Anbaumethoden für Palmöl und damit den Umweltschutz fördern.

RSPO-zertifizierter Anbau hält sich an einen strengen sozialen und ökologischen Kriterienkatalog für die nachhaltige Palmölproduktion. Damit soll gewährleistet werden, dass keinerlei Rohstoffe verarbeitet werden, die der Nahrungsmittelproduktion entzogen werden.

Mit dem Rohstoff Palmöl wagt sich Kyocera dennoch auf unsicheres Terrain: Umweltschützer kritisieren die Palmölproduktion seit einigen Jahren zunehmen heftiger. Die steigende Nachfrage nach Palmöl trage zur Zerstörung der Regenwälder bei, vor allem in Indonesien. Häufig würden große Flächen zuerst von der Holzindustrie gerodet und im Anschluss illegal in Palmölplantagen umgewidmet.

Die Nachfrage nach Palmöl, die bisher vor allem aus der Lebensmittel- und Kosmetikindiustrie kam, zog in der jüngeren Vergangenheit vor allem deshalb an, weil Blockheizkraftwerke von regional angebautem Rapsöl auf Palmöl umgestellt haben. Grenpeace hat auch schon beim angeblich ökologisch und nachhaltig betriebenen Palmölanbau Umweltverschmutzung, Wasservergeudung, Rodungen und Vertreibung von Kleinbauern festgestellt.

Der sogenannte Biomass-Farbtoner wird zuerst für vier A4-Farbmultifunktionsgeräte und einen Netzwerkdrucker der FS-Serie von Kyocera Document Solutions angeboten werden. Die Biomass-geeigenten Drucker sollen auf den existierenden Geräten FS-C2026MFP+, FS-C2126MFP+, FS-C2526MFP, FS-C2626MFP und FS-C5250DN basieren und werden daher wahrscheinlich ebenso wie diese pro Minute rund 26 Seiten in Farbe- oder Schwarzweiß ausdrucken. Die Einführung des Biomass-Farbtoners und der Biomass-Produkte ist für die zweite Jahreshälfte 2012 geplant. Zum Preis des neuen Toners und der passenden Druckgeräte hat das Unternehmen noch keine Angaben gemacht.

“Unsere langlebige Ecosys-Produkttechnologie leistet einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz. Sie produziert nicht nur 75 Prozent weniger Abfall als herkömmliche Systeme, sondern die Druckertrommel besitzt außerdem eine dreißigfach längere Lebensdauer als normal. Mit dem Biomass-Farbtoner, der noch im Sommer 2012 auf den Markt kommen wird, gehen wir den nächsten Schritt”, sagt Bernd Austinat, Abteilungsleiter Produktmarketing bei Kyocera Document Solutions Deutschland

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