Trekstor steigt ins Geschäft mit eBook-Readern ein

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“Digital Paper” nennt Trekstor die Technik, die bislang als “e-Ink Display” bekannt ist und großteils von der taiwanischen Firma gleichen Namens produziert wird. Die Displays der E-Book-Reader von Trekstor stammen derzeit aus Japan.

Der E-Reader von Trekstor kommt mit einem empfohlenen Verkaufspreis von nur 69,99 Euro und unterscheidet sich von Mitbewerbern vor allen dadurch, dass er automatisch erkennt, bei wem er gekauft wurde, und mit seiner installierten Software sofort auf den dazu passenden Buch-Shop verlinkt – ohne von einem einzelnen Anbieter abhängig zu sein, wie etwa Amazons Kindle.

Die lesefeundlichen Displays bedienen sich anderer Technik als Tablets wie das iPad oder die meisten Android-Geräte. Insgesamt gebe es drei Unternehmen, die entsprechende Displays herstellen, erklärt Trekstor-Geschäftsführer Shimon Szmigiel gegenüber ITespresso.de. Die einst in den USA entwickelte chemische Aufbereitung der Bilder muss nicht wie bei LCD-Displays durch ständigen Refresh erneuert werden: Einmal eine Umpolung, und schon ändert sich die Farbe des Bildpunktes und bleibt auch ohne Stromverbrauch stehen. Das Display des Vorführgerätes ist selbst in hellem Sonnenlicht gut zu erkennen.

Bei Trekstor selbst heißt es “Pyrus”, bei anderen Händlern – vor allem aus dem Buchhandel – kann es durchaus einen anderen Namen annehmen. Das Gerät liest gängige Formate wie ePub und PDF – die eBooks von Amazon in deren eigenem Format lassen sich nicht darstellen, doch hierfür gibt es diverse Progamme auf dem freien Markt, die Amazons Format “umpolen” (etwa calibre eBook-Management).

Der Pyrus ist mit Software von Adobe ausgestattet, die auch kostenpflichtige PDFs darstellt und sich um das Digital Rights Management kümmert – und den Händlern weitere Profite verspricht. Szmigiel betont, dass das Gerät nicht durch den eigenen Shop finanziert sei wie etwa das von Amazon. Und wenn die Displays nicht mehr gut genug seien, könne man jederzeit den Hersteller wechseln.

Auch bei technischen Daten und der Bedienerführung kann sich der Pyrus sehen lassen: Das 216 Gramm leichte Gerät mit 6-Zoll-Display schaltet etwa automatisch zwischen Hoch- und Querformat um, bietet Funktionen zum Blättern, Schriftgrößen einstellen, Lesezeichen einfügen oder kann mit Suchfunktion bestimmte Passagen eines Buches finden.

Allerdings besitzt der Pyrus keine WLAN- oder Mobilfunk-Fähigkeit: Die Bücher werden vom PC über USB auf den Reader übertragen. Die passende PC-Software wird mit dem Gerät mitgeliefert. Der interne Speicher kann mit 4 GByte bis zu 4000 Bücher speichern, erweiterbar ist er per SD-Card auf bis zu 32 GByte. Damit lassen sich neben Büchern auch zahlreiche andere Dokumente auf dem mobilen Gerät sichern. Der Pyrus kann über USB-Kabel wie ein externes Laufwerk an jedem PC angeschlossen werden – im Grunde also ist der E-Book-Reader gleichzeitig ein externes Laufwerk.

Szmigiel stellt bereits neue “Digital-Paper”-Versionen in Aussicht: Das jetzige Gerät zeigt Bücher, Geschäftsdokumente und andere ePubs oder PDFs in Schwarzweiß an; Farbe stehe als nächster Entwicklungsschritt in Aussicht, und biegbare Digital-Paper-Anzeigen seien auch schon in Entwicklung.

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