Firefox-Plug-in Scrambls lässt datenhungrige Dienste in die Röhre schauen

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Das kostenlose Tool macht aus Postings bei Facebook, Twitter und anderen Diensten kryptische Zeichenfolgen. Im Klartext können sie nur vom Autor freigegebene Nutzer sehen. Allerdings müssen diese auf ihrem Rechner ebenfalls das Plug-in installiert haben.

Mit dem kostenlose Service Scrambls können Benutzer Nachrichten, die sie im Web posten, kontrollieren und schützen. Sie müssen dazu ein Firefox-Plug-in installieren. Der Dienst selbst funktioniert auf den gängigen Social-Media-Websites. Er ermöglicht Benutzern, private Nachrichten online zu übermitteln und Tweets, Blog-Posts und Status-Updates unter Kontrolle zu behalten.

Das Funktionsprinzip des Kryptografieangebots Scrambls (Grafik: Scrambls.com)

Um eine Nachricht mit Scrambls zu verschlüsseln (oder zu “scramblen”, wie der Hersteller sagt), lässt man sie vom Plug-in im Browser ganz oder teilweise chiffrieren. Anschließend wird die gescrambelte Nachricht auf die ausgewählte Social-Media-Website hochgeladen. Der Cloud-Dienst erhält nur für ihn unleserliche Inhalte.

Der Benutzer kann auswählen, welche Personen oder Gruppen die Nachricht auf ihren Geräten in Klartext lesen können. Diese müssen dazu allerdings Scrambls in ihren Browser integrieren. Für sie sieht die Nachricht dann wie gewohnt aus. Alle anderen sehen nur kryptische Zeichenfolgen.

Auf der Scrambls-Website können eingeloggte Benutzer Gruppen anlegen und verwalten. Beim Absenden von Status-Updates, Tweets, Blog-Posts etc. lässt sich auswählen, wer diese sehen kann oder sogar wann diese Nachrichten erscheinen und wie lange sie sichtbar sein sollen. Online-Dienste können so nicht länger die Daten sämtlicher Postings mitlesen oder archivieren.

'Scrambeln' funktioniert auch bei Facebook (Screenshot: ITespresso).

“Scrambls hilft den Benutzern, ihre Privatsphäre zu wahren und sorgt dafür, dass sie ihre soziale Reputation nicht gefährden. So ist es zum Beispiel möglich, ältere Posts auf einer Social Media Site zu belassen, jedoch dafür zu sorgen, dass sie nur noch von Familienmitgliedern oder engen Freunden gelesen werden können”, wirbt der Hersteller in einer Pressemitteilung.

Hinter dem Dienst steht die Firma Wave, die sich mit hardwarebasierenden Sicherheitslösungen für Unternehmen beschäftigt. Sie hofft, mit Scrambls künftig Geld zu verdienen, indem sie dafür kostenpflichtige Premiumfunktionen anbietet. Dafür plant sie auch Nutzern anderer Browser, insbesondere des Internet Explorer, die Verwendung zu ermöglichen.

In einem Video bei Youtube erklärt das Unternehmen – nach etwas langatmiger Einführung in den Registrierungs- und Installationsvorgang – die Nutzung von Scrambls anhand von Twitter. Ein erster kurzer Test von ITespresso.de hat gezeigt, dass es auch bei Facebook gut funktioniert. Lediglich mit der Rückverwandlung von URLs in Klartext scheint das Plug-in gelegentlich Schwierigkeiten zu haben.

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