Fortsetzung im Kartellstreit zwischen AMD und Intel folgt im Juli

KomponentenWorkspace

Das Gericht der Europäischen Union in Luxemburg verhandelt vom 3. bis 6. Juli Intels Berufung gegen die 2009 von der EU-Kommission verhängte Geldbuße. Die Regulierer hätten nicht bewiesen, dass Intel seinen Rivalen behindert habe.

Berichten der Agentur Reuters zufolge verhandelt das Gericht der Europäischen Union in Luxemburg Anfang Juli über die Rücknahme der 2009 verhängten Geldbuße von 1,06 Milliarden Euro. Intel hält die vorgelegten Beweise nicht für ausreichend für eine Verurteilung. Die Höhe des Strafgelds kritisiert es zudem als “offenkundig übertrieben”.

Brüssel hatte Intel wettbewerbsfeindliches Verhalten vorgeworfen. Es soll unter anderem Hersteller dafür bezahlt haben, Produkte mit AMD-Prozessoren zu verzögern oder erst gar nicht in ihr Programm aufzunehmen. Die EU-Kommission legte beispielsweise dar, Intel habe Dell Sonderkonditionen angeboten, falls es nur Intel-Prozessoren kaufe. In einer internen E-Mail soll Intel Dell 2004 sogar gewarnt haben, wenn es AMD-Computer verkaufe, könne dies zur Streichung von Rabatten führen.

Für ihren 518 Seiten starken Bericht (PDF) hatten die Kartellwächter eigene Ermittlungen vor Ort durchgeführt sowie Einreichungen und Beschwerden anderen Firmen berücksichtigt. Die Untersuchung zeigt nach Ansicht der Kommission, wie Intel den Wettbewerb manipuliert und Verbrauchern Wahlmöglichkeiten vorenthalten hat.

Der Ombudsmann der Europäischen Union hatte das Kartellverfahren schon im August 2009 kritisiert. Er bemängelte, die Wettbewerbshüter hätten entlastende Hinweise, die die Vorwürfe über Absprachen zwischen Intel und PC-Herstellern entkräften, nicht berücksichtigt. Unter anderem ging es dabei um ein Treffen der Ermittler mit einem Dell-Manager, der die Performance von AMD-CPUs als “sehr schwach” bezeichnet habe.

Das im Mai 2009 verhängte Bußgeld von 1,06 Milliarden Euro ist nach Ansicht von Intel “offenkundig übertrieben”. Es entspricht 4,15 Prozent seines Umsatzes des Jahres 2008. Die mögliche Höchststrafe beträgt 10 Prozent des Jahresumsatzes eines Unternehmens.

[mit Material von Zack Whittaker, ZDNet.com]

Tipp: Wie gut kennen Sie sich mit Prozessoren aus? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit dem Quiz auf silicon.de.