Facebook geht angeblich am 17. Mai an die Börse

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Das berichtet Techcrunch unter Berufung auf anonyme Quellen. Die Genehmigung der Aufsichtsbehörde SEC steht noch aus. Es deutet sich ein Börsenwert von rund 100 Milliarden Dollar an. Die kürzlich erfolgte Instagram-Übernahme könnte die Fantasie der Anleger zusätzlich beflügeln.

Die Zustimmung der US-Börsenaufsicht vorausgesetzt, könnte der Börsengang von Facebook am 17. Mai stattfinden. Das soll der Wunschtermin des Sozialen Netzes sein, wie der Blog Techcrunch unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet. Schon mit vorhergehenden Berichten von Wall Street Journal, All Things D und CNBC hatte sich ein Termin Mitte Mai angedeutet.

Laut Techcrunch soll dabei ein Börsenwert von rund 100 Milliarden Dollar angestrebt werden, was der gegenwärtigen Bewertung im Sekundärmarkt entspräche und für die SEC annehmbar sein dürfte. “Die Investoren wollen einen möglichst hohen Preis, so dass der Sekundärmarkt kein Problem darstellen sollte”, zitiert der Blog einen Informanten. Auf dem so genannten Sekundärmarkt sind Firmen aktiv, die den Handel von privat gehaltenen Facebook-Aktien organisieren.

Facebook hat seinen im Februar eingereichten Börsenprospekt bereits dreimal überarbeiten müssen. Zuletzt fügte es Ende März eine Warnung vor möglicherweise massiven Folgen des Patentstreits mit Yahoo ein. Für weitere Spannung sorgt Facebooks Übernahme von Instagram. Das Soziale Netzwerk bezahlte für den Foto-Sharing-Dienst in einer Hau-Ruck-Aktion einen Kaufpreis von einer Milliarde Dollar.

Instagram war in einer vorhergehenden Finanzierungsrunde noch mit 500 Millionen bewertet worden und ein Jahr zuvor nur 25 Millionen Dollar wert gewesen. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zog den Überraschungscoup offenbar innerhalb von 48 Stunden durch, ohne vorher den Aufsichtsrat des Unternehmens einzubeziehen. Das Board wurde “informiert und nicht um Rat gefragt”, zitiert das Wall Street Journal einen Insider. So unabhängig wird Zuckerberg nach einem Börsengang kaum noch agieren können.

Wie die New York Times berichtet, wurde vereinbart, Instagram zu rund 30 Prozent in Cash und 70 Prozent in Aktien zu bezahlen, was einer Bewertung Facebooks von mehr als 75 Milliarden Dollar entspräche. Bei den Verhandlungen sei jedoch auch von einem schnell steigenden Aktienkurs durch den Börsengang ausgegangen worden. Der mutmaßliche Börsenwert wurde demnach auf 104 Milliarden Dollar eingeschätzt – praktisch in Übereinstimmung mit dem Handel im Sekundärmarkt.

Die Instagram-Übernahme könnte es Investment-Bankern erleichtern, für noch mehr Interesse an den Facebook-Aktien zu sorgen. Der Foto-Sharing-Dienst bringt über 30 Millionen überwiegend mobile Nutzer mit, die er in weniger als 18 Monaten gewinnen konnte. Als gutes Argument könnte dabei ins Spiel kommen, dass sie bevorzugt mit Smartphone-Apps auf den Dienst zugreifen.

Bei genauerem Hinsehen könnte sich das aber auch als Schwachpunkt erweisen. Schon in der ersten Fassung seines Börsenprospekts musste Facebook einräumen, dass der Trend zu mobiler Nutzung ein erhebliches Risiko für seine Gewinne darstellt: “Wir erwirtschaften derzeit keine bedeutsamen Einnahmen aus der Nutzung mobiler Facebook-Produkte. Unsere Fähigkeit, das zu tun, ist noch nicht erwiesen.”

[mit Material von Steven Musil, News.com]