Brother steigt in den Markt für Webkonferenzen ein

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Die Lösung richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen. Sie arbeitet mit vorhandener Ausstattung und nutzt die Cloud. Marktstart in Deutschland ist im Sommer dieses Jahres.

Nach der Übernahme der Nefsis Corporation mit Sitz in San Diego im vergangenen Jahr führt Brother deren überarbeitete Webkonferenz-Software unter dem Namen “OmniJoin” weiter und vermarktet sie künftig auch auf dem europäischen Markt. Ziel ist es, hochauflösende, skalierbare Webkonferenzen für Unternehmen aller Größen verfügbar zu machen. Darunter vesteht Brother sowohl Videokonferenzen als auch das Teilen und gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten mit anderen Teilnehmern.

Seine Hoffnungen setzt Brother auf Zahlen der Marktforscher von IDC. Sie prognostzieren dem Markt für Videokonferenzen in kleinen und mittleren Unternehmen in den nächsten fünf Jahren eine Umsatzverdopplung. Allerdings seien die meisten vorhandenen Konferenzlösungen nicht auf die Anforderungen von KMUs abgestimmt: Sie böten entweder bei einem niedrigen Preis wenig Service oder erforderten im Voraus erhebliche Investitionen in Geräte. Brother Web Conferencing soll die Lücke zwischen diesen beiden Lösungen schließen.

Die OmniJoin-Software arbeitet als cloud-basierendes System auf, das mit vorhandender Ausrüstung läuft. Sie kann beispielsweise sowohl Webcams an Notebooks oder PCs ebenso integrieren wie handelsübliche Schwenk-, Neige- und Zoomkameras in Konferenzräumen. OmniJoin wird in Deutschland, Frankreich und Großbritannien ab Juli 2012 angeboten. In den übrigen europäischen Ländern ist der Marktstart im April 2013 geplant.

Mit der Software lassen sich bis zu 20 Videofeeds in einem Gespräch in hoher Auflösung und ohne separate Multipoint Control Unit realisieren. Als Cloud-Service nutzt OmniJoin Serverinstanzen an verschiedenen Orten, um zuverlässige und skalierbare Konferenzlösungen zu bieten. Bekannte Funktionen für die Konferenzorganisation, etwa Kontaktlisten und Verfügbarkeitsstatus, sind vorhanden. Unternehmen können bei OmniJoin ihren Online-Konferenzraum mit dem eigenen Logo schmücken. Eine Speicherfunktion erlaubt das Aufzeichnen und die spätere Wiedergabe der Konferenz.

“Wir sind davon überzeugt, dass sich OmniJoin von anderen Videokonferenzlösungen abhebt, da sie von Anfang an höchste Leistung und eine einwandfreie Videoqualität bietet und dennoch gemäß den wachsenden Anforderungen wirklich skalierbar ist. Mit diesem Produkt steht eine leicht zu bedienende High-End-Lösung auch für kleine Unternehmen bereit”, sagt Richard Thomas, Leiter Produktionsplanung bei der zuständigen Brother-Sparte.

Es bleiben allerdings noch viele Fragen offen. So nannte Brother bisher weder Preise noch konnte es bei der Vorstellung vor Journalisten wirklich erklären, wie sich die eigene Lösung von den existierenden Angeboten, beispielsweise von Citrix Online, abhebt und wie man sich gegenüber etablierten Mitbewerbern wie Microsoft und Ciscos WebEx-Sparte oder Low-End-Lösungen wie Skype im Detail abgrenzen will.

Es liegt daher der Verdacht nahe, dass man mit einer Me-Too-Lösung einfach versucht, ein Stück von einem rasch wachsenden Kuchen abzubekommen. Immerhin erwartete das Brother-Management aber mit der Sparte “New Business”, zu der neben der Webkonferenzlösung auch die seit dieser Woche in Japan verfügbare Datenbrille gehört, im Jahr 2015 weltweit einen Umsatz von 50 Milliarden Yen (50 Millionen Euro) zu erwirtschaften. Das wären dann 6,6 Prozent des für das Jahr prognostizierten Gesamtumsatzes des Unternehmens.

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