Brother beginnt in Japan mit dem Verkauf seiner Datenbrille “AirScouter”

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In Japan hat Brother mit dem Verkauf seiner virtuellen Netzhautanzeige begonnen. Eine tragbare Version der Datenbrille war im Herbst 2009 vorgestellt worden und sollte ursprünglich im Frühjahr 2010 auf den Markt kommen. Sie richtet sich anders als Googles “Projekt Glass” an Anwender im professionellen Umfeld.

Der Autor bei einer Brother-Presseveranstaltung in Berlin mit der AirScouter-Brille (Bild: ITespresso).

Brother hat in Japan mit der Vermarktung seiner “AirScouter” genannten virtuellen Netzhautanzeige begonnen. Sie projiziert ein Bild auf die Netzhaut des Benutzers. Dazu wird Licht in einer für die Netzhaut ungefährlichen Stärke auf diese gerichtet und der Lichtstrahl anschließend mit hoher Geschwindigkeit bewegt, um Nachbilder zu erzeugen. Auf die Netzhaut projizierte Bilder scheinen im Raum vor dem Auge zu schweben. Der Nutzer kann seine Umgebung dennoch wahrnehmen, erblickt aber ein weiteres Bild.

Bereits im April 2008 hatte das japanische Unternehmen eine erste Version seines Virtual Retinal Display vorgestellt. Damals war aber die Spannungsquelle noch sehr klobig und für den praktischen Einsatz nicht geeignet. Eine tragbare Version der Datenbrille war im Herbst 2009 vorgestellt worden und sollte ursprünglich im Frühjahr 2010 auf den Markt kommen.

Grundlage der Entwicklung sind Lasertechnologien aus Brothers Laserdruckergeschäft und Know-how in Piezoelektrik, das der Konzern durch sein Tintendruckergeschäft gesammelt hat. Die Miniaturisierung gelang nach Angaben des Unternehmens in erster Linie durch die Entwicklung einer grünen Laserdiode. Dadurch reduzierten sich Volumen und das Gewicht erheblich. Auch die Umstellung von einer Wechselstromquelle auf Batteriebetrieb trug zur Vermarktungsreife bei.

Bei Brothers Datenbrille AirScouter ist ein Kabel erforderlich (Bild: Brother).

Der virtuelle Bildschirm hat eine scheinbare Größe von 40 Zentimeter in der Diagonalen und scheint einen Meter vor dem Auge zu stehen. Das erlaubt Anwendern beispielsweise, Handbücher oder Bedienungsanleitungen auch unter beengten Verhältnissen zu lesen oder mit beiden Händen zu arbeiten und trotzdem ein Dokument oder einen Plan zu studieren. Wann die Brille auch in Europa angeboten wird, ist noch unklar. Laut Brother bestehe aber in bestimmten vertikalen Märkten großes Interesse.

Im Gegensatz zu Googles kürzlich in den Beta-Test gegangenen Datenbrille “Project Glass” ist Brothers “AirScouter” auf eine Kabelverbindung zu einer Datenquelle angewiesen. Drahtlose Kommunikation ist derzeit nicht vorgesehen.

Brother sieht Einsatzbereiche für seine Datenbrille AirScouter vor allem im professionellen Umfeld - etwa bei Servicetechnikern oder Monteuren (Bild: ITespresso).
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