Surfen mit iPad und Co: “Datenstau nicht ausgeschlossen”

von Mehmet Toprak 0

ITespresso: Ist es ein Fehler von Apple, dass das iPad nicht mit der in Deutschland verwendeten LTE-Frequenz funktioniert?
Gebhard: Das kann und möchte ich nicht beurteilen, das ist natürlich alleine Sache des Unternehmens. Die Mobilfunkanbieter allerdings tun gut daran, in LTE zu investieren, denn komplexe Anwendungen, die auf kombinierte Sprach-, Video- und Datendiensten basieren, sind der Grund für erhöhte Übertragungskosten.

Mit LTE können diese zum einen deutlich gesenkt und zum anderen auch in höchster Qualität übertragen werden. Zudem nutzt LTE eine IP-Architektur für die paketorientierte Datenübertragung und ist mit anderen kabelgebundenen und drahtlosen Netzwerktypen garantiert interoperabel.

"Die Verantwortung liegt bei den Mobilfunkprovidern, die Netzwerk-Infrastruktur für die bandbreitenintensive Nutzung durch Tablet-PCs auszurüsten." Eugen Gebhard, Managing Director Central Europe bei Ciena. (Foto: Ciena)

 

ITespresso: Der Trend zu Tablet-PCs wird seit etwa zwei Jahren diskutiert. Da kam Apples erstes iPad auf den Markt. Haben Mobilfunk-Betreiber diese Entwicklung verschlafen oder reagieren sie zu langsam?
Gebhard: Ich denke der Trend wurde erkannt, aber das Wachstum eventuell etwas unterschätzt. Die Steigerung der Absatzzahlen von Tablet-PCs und Smartphones war in der letzten Zeit exponentiell, so dass nicht unbedingt alle Entwicklungen zeitlich abzusehen waren. Zudem funktioniert die Optimierung einer kompletten Netzwerksinfrastruktur auch nicht von heute auf morgen, denn dafür müssen verschiedenste Szenarien evaluiert werden.

Aktuell werden pro Jahr in Deutschland etwa zwei Milliarden Euro in diesen Ausbau investiert. Besonders die Versorgung mit dem neuen Standard LTE (Long Term Evolution) steht hier im Fokus.

ITespresso: Muss die Politik mehr tun, um das Thema voranzutreiben?
Auch die Bundesregierung hat die Dringlichkeit des Netzausbaus schon seit geraumer Zeit erkannt und will den Ausbau der Infrastruktur beschleunigen, um so auch die letzten “weißen Flecken” in der Breitbandversorgung im gesamten Bundesgebiet zu schließen. Danach sollen höhere Übertragungsgeschwindigkeiten in Angriff genommen werden, so dass bis 2014 drei Viertel aller deutschen Haushalte Anschlüsse mit mindestens 50 MBit/s haben können.

Teil der Bemühungen der Regierung war die Auflage für Mobilfunkanbieter, in den bislang schlecht angebundenen Regionen mindestens 90 Prozent der Bevölkerung mit einem mobilen Breitbandzugang zu versorgen. Das wurde nach derzeitigem Stand in sieben Bundesländern erreicht.

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