Schon ist der nächste Mac-Trojaner unterwegs

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Kaum scheint “Flashback” eingedämmt, warnen Kaspersky und Sophos vor einem weiteren Mac-Trojaner. Er nutzt ebenfalls eine Schwachstelle in Java aus. Der Schädling erstellt Screenshots und kann Dateien verschicken. Die Verbreitung erfolgt offenbar durch E-Mails mit Links zu manipulierten Websites in Deutschland und den USA.

Kaspersky und Sophos haben einen weiteren Trojaner beschrieben, der Java-Schwachstellen unter Mac OS X ausnutzt. Ähnlich wie Flashback kann der Schädling im Hintergrund und ohne Interaktion mit einem Nutzer einen Mac infizieren. Kaspersky nennt den Schädling “Backdoor.OSX.SabPub.a”, während Sophos ihm den Namen “SX/Sabpab-A” gegeben hat.

Der Trojaner verhält sich nach einer Infektion wie viele andere Vertreter seiner Art: Er nimmt per HTTP Kontakt zu einem Server im Internet auf, von dem er seine Befehle erhält. Er kann Screenshots aufzeichnen und sie zusammen mit anderen Dateien an einen entfernten Server weiterleiten. Zudem verschickt er verschlüsselte Log-Dateien, damit Hacker seine Aktivitäten überwachen können.

Der Befehlsserver wird offenbar auf einem kostenlosen dynamischen DNS-Dienst namens Onedumb.com gehostet. Seine IP-Adresse wurde schon früher für zielgerichtete Angriffe verwendet, schreibt Costin Raiu, Experte bei Kaspersky Lab, in einem Blogeintrag. Derzeit verbreite sich der Trojaner möglicherweise über E-Mails, die einen Link zu manipulierten, in Deutschland und den USA gehosteten Websites enthielten.

Den Code des Schädlings haben die Hacker Kaspersky zufolge mit dem Tool “Zelix KlassMaster” geschützt, um eine Entdeckung durch Antivirenprogramme zu erschweren. Dafür sei er mit Debug-Informationen kompiliert worden, was seine Analyse vereinfacht habe. Das weise aber auch darauf hin, dass es sich noch nicht um die finale Version der Malware handele.

Die Java-Lücke, die der Trojaner ausnutzt, hat Apple erst kürzlich geschlossen. Durch sie dringt auch der Flashback-Trojaner in ein ungepatchtes System ein, der zwischenzeitlich mehr als 600.000 Rechner weltweit infiziert hatte. Unabhängigen Sicherheitsexperten zufolge handelte es sich um die bislang größte Infektion von Apples Mac-Plattform.

[mit Material von Emil Protalinski, ZDNet.com]

(Bild links oben: Kaspersky)