Streit um AdWords: Google unterliegt australischen Verbraucherschützern

Das australische Bundesgericht macht Google für die Werbung von Unternehmen verantwortlich. Auch Inserate seien Antworten auf Suchanfragen. Das Urteil könnte auch für andere Suchdienste und Unternehmen relevant sein.

von Bernd Kling 0


Das australische Bundesgericht hat Google wegen irreführender Werbung verurteilt. Es machte den Internetkonzern unmittelbar für AdWords-Inserate verantwortlich. Google selbst sieht sich dafür nur als Vermittler.

Die Klage war von der australischen Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde ACCC angestrengt worden. Es ging dabei um Inserate neben Suchergebnissen, die in ihrer Überschrift die Namen von Unternehmen oder Produkten aus den Suchanfragen übernahmen, aber tatsächlich zu konkurrierenden Anbietern weiterleiteten. “Harvey World Travel” führte beispielsweise zu STA Travel, “Honda.com.au” zur Website “CarSales”.

Im September 2011 wurde in erster Instanz entschieden, dass die werbenden Unternehmen zwar getäuscht hätten, aber Google nicht dafür verantwortlich sei, da es nur als Vermittler zwischen Inserent und Verbraucher auftrete.

“Was auf Googles Webseite erscheint, ist Googles Antwort auf die Anfrage des Nutzers”, heißt es hingegen im Berufungsurteil. “Auch wenn die Überschrift ein vom Inserenten gewähltes Schlüsselwort enthält, bleibt es dennoch die Antwort von Google.” Das Urteil hob vor allem darauf ab, dass es Googles Technologie war, die für die Darstellung der Werbung sorgte: “Obwohl die Schlüsselwörter vom Inserenten gewählt wurden, vielleicht unter Mitwirkung von Google, ist letztlich entscheidend, dass der Link durch Google und seine Algorithmen erzeugt wird.”

Das Gericht ordnete an, dass Google seine AdWords-Praxis entsprechend ändern muss. Die klagende Verbraucherschutzbehörde zeigte sich in einer Stellungnahme entsprechend erfreut. “Die ACCC hat diese Berufung angestrengt, weil damit sehr wichtige Fragen im Online-Zeitalter verbunden sind hinsichtlich der Rolle von Suchmaschinen, die bezahlte Inhalte veröffentlichen”, erklärte der ACCC-Vorsitzende Rod Sims. Die Behörde geht davon aus, dass die Entscheidung sich auch auf andere Suchmaschinen, etwa Microsofts Bing, auswirkt.


[mit Material von Josh Taylor, ZDNet Australia]

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