Patentstreit zwischen Facebook und Yahoo eskaliert

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Facebook hat auf eine Klage von Yahoo mit einer Gegenklage reagiert. Sie richtet sich unter anderem gegen dessen Homepage und den Bilderdienst Flickr. Facebook fordert Schadenersatz und eine Abweisung von Yahoos Klage.

Facebook hat bei einem Bezirksgericht in San Francisco eine Patentklage gegen Yahoo eingereicht. Das Social Network wirft dem Internetkonzern vor, zehn seiner Patente zu verletzen. Es reagiert damit auf den von Yahoo Mitte März begonnen Rechtsstreit: Damit wurde Facebook vorgeworfen, gegen zehn Yahoo-Patente zu verstoßen.

Die von Facebook in Stellung gebrachten Patente beschreiben unter anderem “die Generierung eines Feeds für Mitglieder eines Sozialen Netzwerks”, einen “Algorithmus für die Veröffentlichung von Überschriften” sowie “Systeme, Geräte und Methoden, um Nutzern und Anwendungen Empfehlungen zu liefern”. Zudem soll Yahoo unerlaubt Facebooks Techniken für “ein System zur kontrollierten Verteilung von Nutzerprofilen in einem Netzwerk” verwenden. Unter anderem sollen Yahoos Homepage, der Fotodienst Flickr, Yahoo Finance, Yahoo Sports und Yahoo News die fraglichen Schutzrechte verletzen. Der Klage zufolge sieht sich Facebook als das eigentlich geschädigte Unternehmen. Es fordert Schadenersatz von Yahoo und hat zudem die Abweisung von Yahoos Klage beantragt.

Yahoo wies in einer Stellungnahme alle Anschuldigungen seitens des Zuckerberg-Unternehmens zurück. Die Gegenklage entbehre jeder Grundlage und sei nur ein “zynischer Versuch, von der Schwäche der eigenen Verteidigung abzulenken”. Man habe versucht, mit Facebook zu verhandeln, sei aber abgewiesen worden. “Andere führende Firmen lizenzieren diese Technologien und Facebook muss das auch tun oder sein Geschäft ändern”, teilte Yahoo mit.

Die von Yahoo im März gegen Facebook eingereichte Klage ist sehr weitreichend. Sie betrifft unter anderem Techniken zur Platzierung von Anzeigen auf Websites und die Anpassung der Darstellung von Informationen, die zum Nutzer eines Sozialen Netzwerks gehören.

Für Facebook kommt der Rechtsstreit zu einem ungünstigen Zeitpunkt, bereitet das Unternehmen doch derzeit seinen mit Spannung erwarteten Börsengang vor. In der vergangenen Woche hatte das Social Network zum dritten Mal seine Unterlagen für die US-Börsenaufsicht SEC ergänzt. Dabei warnte es auch vor möglichen drastischen Folgen der von Yahoo angestrengten Klage: “Sollte es zu einem ungünstigen Ausgang dieses Rechtsstreits kommen, könnten die Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, finanzielle Lage und Erträge erheblich sein.”

[mit Material von Paul Sloan, News.com]