Telekommunikationsbehörde laut AT&T schuld an Stellenstreichungen

AT&T macht die US-Telekommunikationsbehörde Federal Communications Commission (FCC) dafür verantwortlich, dass T-Mobile USA in der vergangenen Woche 1900 Call-Center-Mitarbeiter entlassen hat.

von Stefan Beiersmann 0

Nur, weil die Deutsche Telekom ihre US-Tochter nicht an AT&T verkaufen durfte, hätte man seine Call-Center verkleinern müssen, heißt es. Laut Jim Cicconi, Senior Executive Vice President für External und Legislative Affairs beim US-Telekommunikationsriesen, ist der Grund für den Jobabbau die von der FCC abgelehnte Übernahme der Tochter der Deutschen Telekom durch AT&T.

In einem Blogeintrag schreibt Cicconi, bei einem Zusammenschluss seines Unternehmens mit T-Mobile USA wären die Call Center nicht geschlossen worden. “Selten stellt sich so schnell heraus, dass das Urteil einer Regulierungsbehörde so falsch ist.” Ohne das Eingreifen der Regierung würden die Call Center offenbleiben und die von Entlassung bedrohten Beschäftigten hätten Jobgarantien. “Nur wenige Monate später zeigt sich leider deutlich, wer recht hatte.”

AT&T wollte im Fall einer Genehmigung der Akquisition unter anderem 5000 Call-Center-Jobs schaffen. Die FCC hingegen war davon überzeugt, der Zusammenschluss der beiden Mobilfunkbetreiber würde Arbeitsplätze vernichten. Im März 2011 hatte AT&T nach Bekanntwerden der Übernahmepläne dem Wall Street Journal gesagt, das Gemeinschaftsunternehmen könne Kosten in Höhe von 40 Milliarden Dollar einsparen. Das WSJ hatte damals vermutet, dass es dafür wahrscheinlich notwendig sei, Tausende Stellen zu streichen.

Die FCC wies indes die Anschuldigungen zurück. Gegenüber All Things Digital sagte die Behörde, T-Mobile USA sei in kurzer Zeit “als dynamischer Mitbewerber im Mobilmarkt zurückgekehrt” und alle Mobilfunkkunden profitierten vom Wettbewerb. “Im Endeffekt hatte AT&Ts Vorschlag, einen wichtigen Konkurrenten zu kaufen, eine noch nie da gewesene Reichweite und die eigenen vertraulichen Unterlagen des Unternehmens zeigten, dass der Zusammenschluss zu erheblichen Jobverlusten geführt hätte.”

Schon im Januar hatte AT&T-CEO Randall Stephenson die FCC scharf kritisiert. Er warf ihr vor, durch die Art, wie sie reguliere und Geschäfte genehmige, über “Gewinner und Verlierer zu entscheiden”. Er beklagte zudem unklare Regeln und behauptete, für die abgelehnte Übernahme von T-Mobile USA hätten andere Regeln gegolten als beispielsweise für den Kauf von Mobilfunkfrequenzen durch Qualcomm.

Den Plan, T-Mobile USA für 39 Milliarden Dollar zu kaufen, hatte AT&T im Dezember 2011 aufgegeben. Beide Firmen beugten sich aber nicht nur dem Druck der FCC, sondern auch einer Klage des US-Justizministeriums gegen die Übernahme.

[mit Material von Marguerite Reardon, News.com]

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