Apple will den Daumen auf die SIM-Karte legen

IT-DienstleistungenIT-ProjekteMobileMobilfunkSmartphone

Im allgemeinen Bestreben, die eigene Marktmacht durch proprietäre Lösungen zu zementieren, sucht Apple nun mit einem eigenen SIM-Design entscheidenden Einfluss auf Provider und Konkurrenz zu gewinnen.

Apple und Motorola Mobility kriegen sich gerade in die digitalen Haare: Der Kampf dreht sich um die nächste Generation des SIM-Standards, einem noch kleineren Formfaktor als der aktuellen Micro-SIM. Apple möchte seinen Nano-SIM durchdrücken und damit auch die Konkurrenz zwingen, in zukünftigen Smartphones die gleiche Schublade einzubauen, um Nano-SIMs einzulegen. Das gefällt kaum einem Marktteilnehmer, berichtet die Financial Times.

Abgesehen vom Aufwand des Redesigns haben sie Vorbehalte gegen Apples Kontrolle des Standards. Insbesondere die juristische Aggressivität des Konzerns beim Schutz vermeintlicher Patente, die in den vergangenen Jahren zu beobachten war, wird als Vorbehalt gegen Nano-SIM ins Feld geführt.

Apple hat seine Kampagne schon gestartet: Sechs seiner europäischen Niederlassungen haben sich beim Europäischen Telekommunikation Standards Institut (ETSI) beworben, um am Entscheidungsprozess für den nächsten SIM-Kartenstandard teilzunehmen. Nokia zeigt sich wenig begeistert von Apples Strategie und agiert schon mit einer Eingabe gegen diesen Plan und stellt die berechtigte Frage, ob es einer Firmengruppe erlaubt werden sollte, eine größere Menge an Stimmrechte auf sich zu vereinen, wenn es doch um Standards gehe, die viele Mitglieder betreffen.

Die Mobilfunkprovider dürften sich der Kritik von Motorola und Nokia anschließen, denn eine embedded SIM würde dem Hersteller mehr Kontrolle über den Kunden geben, der nicht einfach die SIM-Karte herausnehmen und zu einer anderen Handy-Marke wechseln könne.