HP-Manager: Léo Apotheker wollte WebOS nicht

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Der frühere CTO Phil McKinney plaudert Einzelheiten aus und wirft HP vor, keine Geduld für Innovationen zu haben. Das Unternehmen wollte die Palm-Sparte ursprünglich drei Jahre engagiert unterstützen. Der neue CEO kippte das Programm aber schon nach einem Jahr.

Der frühere Chief Technology Officer von HP hat die Umstände enthüllt, die das Ende von WebOS besiegelten. Nach seinem Weggang schrieb Phil McKinney ein Buch zum Thema umwälzender Innovationen mit dem Titel “Beyond the Obvious: Killer Questions That Spark Game-Changing Innovation”. In einem Interview zur Buchveröffentlichung gab er bisher nicht bekannte Einzelheiten zur Einstellung von WebOS preis.

Im August 2011 kündigte HP an, die Entwicklung und den Verkauf von WebOS-Geräten einzustellen, allen voran des Tablets Touchpad und der WebOS-Smartphones. Die WebOS-Sparte sollte geschlossen werden. Es war offensichtlich eine herbe Enttäuschung für CTO McKinney, der selbst zum Team gehört hatte, das die Übernahme von Palm organisierte.

Die Verantwortlichen waren laut McKinney zunächst zu einem langfristigen Engagement entschlossen, um den Erfolg von Palm zu sichern: “Die Palm-Übernahme sollte eine langfristige Anstrengung sein. Palm war am Kämpfen, HP sprang bei, zog die Übernahme durch – und im Prinzip wollten wir sie drei Jahre lang machen lassen. Palm sollte Finanzspritzen bekommen sowie von HPs Ressourcen und Know-how profitieren. Und Palm sollte drei Jahre Zeit bekommen, um sich in seinem Bereich als Marktführer zu etablieren.”

Den Schurken im Stück, der Palms Innovationen bei HP nicht zulassen wollte, gab laut McKinney der neue CEO Léo Apotheker: “Spulen wir jetzt vorwärts zum Juli 2011, da haben wir einmal den Wechsel an der Spitze. Léo kommt als der neue CEO, und HP entscheidet sich, aus welchen Gründen auch immer – ich war an dieser Entscheidung nicht beteiligt -, Palm zu killen. Nach nur einem Jahr in einem Programm, das auf drei Jahre ausgelegt war. Das ist ein Beispiel dafür, sich nicht mit dem langfristigen Einsatz von Mitteln zu engagieren und keine Geduld für Innovation zu haben.”

McKinney beklagt, HP habe zugunsten von Quartalsergebnissen auf wichtige Innovationen verzichtet, weil sie sich erst nach Jahren hätten auszahlen können. Er selbst ist dem bei Palm entwickelten Betriebssystem treu geblieben und bekennt sich nach wie vor als großer Fan. HPs früherer Technikchef benutzt noch immer ein WebOS-Smartphone sowie ein Touchpad.

[mit Material von Marguerite Reardon, News.com]

(Bildquelle: Dan Farber – cnet.com)