Kleiner Linux-Computer steigt zum Verkaufsschlager auf

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Wenn ein Distributor für ein neues Gerät pro Sekunde 700 Bestellungen erhält, dann handelt es sich normalerweise um einen Apple. Doch nicht diesmal. Es ist ein kleiner Linux-Rechner, auf den sich die Community stürzt.

Wer hätte das gedacht, jemals einen Linux-Computer in den Top-Verkaufsrängen zu sehen? Die Bestellfrequenz liegt übrigens nicht dauerhaft bei diesem hohen Wert, sondern erreichte nur in der Spitze dieses Niveau. Außerdem war der Rechner nur einen Tag nach der Markteinführung schon ausverkauft. Sonst würden die Stückzahlen bereits locker in die  x-Millionen gehen.

Natürlich soll der lüfterlose »Raspberry Pi« nachproduziert werden. Der Kleinrechner besitzt das Format und Aussehen einer alten Grafikkarte, sei aber voll funktionsfähig – inklusive Ethernet-Port, USB und HDMI-Ausgang. Wer den Bonsai-Rechner in den USB-Port eines TV-Apparates steckt und eine Tastatur ankoppelt, verfüge über ein komplettes System. Angetrieben wird es von einem ARM11-Prozessor (in einem Broadcom-SoC), der mit 700 MHz getaktet wird und auf 256 MByte RAM zugreift. Eine Videocore 4 GPU sorgt für Grafikleistung und schaffe sogar BluRay-Playback, 3D-Beschleunigung und OpenGL ES 2.0 sowie OpenVG.

Entwickelt wurde der Open-Source-Mini vom britischen Nonprofit-Projekt Rasberry Foundation, die für das System nicht einmal 25 Euro verlangt.

Ziel der Organisation sei es, die Computer-Fähigkeiten und den Ausbildungsgrad des Nachwuchses zu fördern. Eine billige, flexible Plattform als Experimentierfeld für Nachwuchs-Programmierer, Schüler, Studenten und Bastler schien ihnen angemessen. Schließlich hätten frühere Generationen viel Zeit mit Homecomputern verbracht. Etwas ähnliches fehle heute.

Was man alles mit dem Raspberry Pi anstellen kann, hat Gizmodo aufgelistet. Darunter sind sogar Zwecke wie Mini-.Server, Smart TV und Netzwerk Storage.